Die Band Ja, Panik © Gabriele Summen

Musikbuch

Gareth Murphy: Cowboys and Indies (Edition Tiamat, 450 S., 24,– €)
Amüsante Geschichte der Musikindustrie. Danach erscheint die aktuelle Branchenkrise lachhaft
(Christoph Dallach)

Ja, Panik: Futur II (Verbrecher Verlag Berlin, 272 S., 16,– €)
Schwer romantisierende Selbstbespiegelung jener Band, die mit unserer Sprache zurzeit wohl am kreativsten umgeht
(Jan Freitag)

Viv Albertine: A Typical Girl (Suhrkamp, 478 S., 18,– €)
Kam zum 40. Punk-Geburtstag wie gerufen: eine alternative, angenehm würstchenlose Genre-Geschichtsschreibung von der Slits-Gitarristin
(Daniel Gerhardt)

Ulrich Drüner: Wagner (Blessing, 832 S. 34,99 €)
Der Meister als Produkt fortwährender Selbstinszenierung – dieses großartige Buch macht selbst Kenner klüger
(Wolfram Goertz)

Kazuo Ishiguro: Bei Anbruch der Nacht (Heyne Verlag, 240 S., 9,99 €)
Bewegende Storys über Musiker mit Moll-Schicksal, die noch einmal aufspielen für ihr Lebensglück
(Daniel Haas)

Michael Walter: Oper. Geschichte einer Institution (Metzler, 470 S., 49,95 €)
Von Gage bis Zensur wird das komplexe Biotop endlich mal real vermessen
(Volker Hagedorn)

Der junge Bruce Springsteena auf dem Cover seiner Autobiografie © Heyne

Albrecht Selge: Die trunkene Fahrt (Rowohlt Berlin, 288 S., 19,95 €)
Es gibt auch literarische Kammermusik: Vier Männer im engen Fiat Panda rauchen viel und reden noch viel mehr. Schwadronieren als Kunst, ein Roman als Fuge. Während des Lesens bitte Bach hören.
(David Hugendick)

Beatrix Borchardt: Pauline Viardot-Garcia (Böhlau, 439 S., 34,99 €)
Dieses fabelhafte Frauenleben im 19. Jahrhundert zeigt, wie nötig wir die Emanzipation haben
(Christine Lemke-Matwey)

Kate Tempest: Worauf du dich verlassen kannst (Rowohlt, 400 S. 14,99 €)
Auch im Romandebüt der Rapperin siegt ihre Sprachmusik über soziales Elend und urbane Tristesse
(Pinky Rose)

Wolf Kampmann: Jazz. Eine Geschichte von 1900 bis übermorgen (Reclam, 392 S., 35,– €)
Oldtime und Zukunftsmusik – und das ganze Dazwischen
(Ulrich Stock)

Bruce Springsteen: Born to Run. Die Autobiografie (Heyne, 672 S., 27,99 €)
Seine Geschichte ist die der weißen US-Arbeiterklasse. Eine Pop-Biografie, relevant wie nie
(Lars Weisbrod)

Jack Hamilton: Just Around Midnight (Harvard University Press, 352 S., 27,– €)
Fernab von Klischees oder einfachen Verurteilungen zeigt der Pophistoriker Hamilton die komplexe Interaktion von Kultur, Kommerz, Projektion und Rassismus auf, durch die sich die Musikgeschichte segregiert hat.
(Fabian Wolff)