Die To-go-Ökonomie prägt unseren Alltag. Angefangen hat alles mit Cafés wie Starbucks, die ihre Kosten der Allgemeinheit aufdrücken wollten und herausfanden, dass sie sich den Geschirrspüler sparen können, wenn sie ihren Kunden Pappbecher mitgeben, in denen traurige Low-Fat-Latte-Chococino-Caramel-Macchiatos herumschwappen. Für den Bechermüll ist ja zum Glück die Stadtreinigung zuständig. Das nennt man Lifestyle, und er ist auch als Schnitzel to go erhältlich.

Ganz neu sind "Partybrüste to go". Leserin Mareike N. aus Köln schrieb, sie laufe auf dem Weg zur Arbeit immer an einer Schönheitsklinik vorbei, die diese Innovation anbiete. Auf ihrer Internetseite erklärt die Klinik, was gemeint ist: "Eine gelungene Party mit der Oberweite, die Du Dir wünschst." Statt einer Operation sind nur ein paar Spritzen mit Kochsalzlösung nötig. Zwar halten die Partybrüste nicht viel länger als die Schaumhaube eines Cappuccinos ("Der Effekt ist sofort sichtbar und hält je nach körperlicher Betätigung circa 24 bis 48 Stunden an"). Allerdings können die Kundinnen dann schnell mal etwas anderes ausprobieren. "Fashion-Brüste" zum Beispiel, die in der Klinik ebenfalls erhältlich sind, wenn man den Angaben der "Bürokauffrau Katy B." auf der Website glauben darf, und warum sollte man das nicht?

Die Ausdifferenzierung kennt man aus To-go-Cafés: ständig neue Produkte, einheitlicher Geschmack, aber immer – Lifestyle. Bis es irgendwann zu viel wird, der große Vereinfachungstrend einsetzt und der erste Schönheitschirurg mit praktischen Ganzjahresbrüsten für alle Gelegenheiten wirbt.

Aber genug davon. Man soll nicht jede Innovation schlechtreden. Schönheitschirurgen in Köln haben es auch nicht leicht, und viele ihrer Ideen sind vermutlich aus einer Notlage heraus entstanden. Café-Ketten geben ja auch deswegen so viele Pappbecher aus, weil sie nur noch wenige Tassen im Schrank haben.