In Alfred Schacht fand er einen Lehrer und einen Vertrauten. "Ich lernte Dinge über das Musikgeschäft, die mir in England niemand beigebracht hatte", sagt Douglas. Er hatte viel vom Kämpfen gesungen, jetzt kämpfte er selbst. Zusammen mit dem Juristen Schacht gelang es Douglas, den Autorenvertrag in London aufzulösen. Das Geld mit der Aufnahme verdiente zwar noch die Londoner Plattenfirma. Aber zumindest gehörten Carl Douglas nun wieder die Rechte an seiner Songidee.

Das war der erste Schritt. Der eigentliche Coup aber gelang Benjamin, dem Sohn von Alfred Schacht, der Anfang der Neunziger den Musikverlag von seinem Vater übernahm.

Sein Gedanke: Wer die Rechte an einem Song hat, kann ihn noch einmal neu aufnehmen. Und wer einen Song neu einsingt, hat die Rechte an dieser Aufnahme. "Wenn Carl singt, hat der immer noch so eine Energie in der Stimme", sagt Benjamin Schacht. Also beschloss er, Kung Fu Fighting in einer zweiten Version zu produzieren. "Wir haben Hamburger Musiker, einen super Gitarristen, super Keyboarder und top Arrangeur da rangesetzt und haben gesagt: Das soll genauso klingen wie damals", sagt er. "Wenn Sie die Neueinspielung im Radio hören, denken Sie: ›Ah, super, das ist die alte Aufnahme.‹"

Eine Kopie des Originals mit dem Original-Sänger: eine einfache Lösung, die garantierte, dass Carl Douglas an seinem Meisterwerk ab sofort besser verdiente. Zwar lagen die Rechte an der Originalaufnahme weiter bei der Londoner Plattenfirma und später bei einem Majorlabel, das diese Firma kaufte – doch der Hamburger Musikverleger konnten sie ab sofort mit einem Trick aus dem Spiel nehmen. Die Werber brauchen ja zwei Erlaubnisse: von der Plattenfirma und vom Verlag. Benjamin Schacht sagt: "Wenn eine Werbefirma bei uns anruft und sagt: ›Also, die Plattenfirma nimmt 80.000 Dollar, wir wollen das von Ihnen auch für 80.000 haben‹, dann sage ich: ›Nein, tut mir leid. Wir wollen 150.000‹." Und wenn das mit dem Budget der Werbefirma nicht möglich ist? Dann kann Schacht höflich anbieten, die Kosten für die Plattenfirma zu sparen und die Neueinspielung zu verwenden.

Carl Douglas war wieder im Geschäft mit seinem Hit. Fragt sich nur: Konnte er sein eigenes Lied überhaupt noch ertragen? Mehr als 40 Jahre lang immer nur Kung Fu Fighting, immer nur Beine hochreißen und Handkantenschläge, treibt einen das nicht in den Wahnsinn?

Nein, sagt Carl Douglas. Er redet zwar gerne auch über die vielen anderen Songs, die er im vergangenen halben Jahrhundert geschrieben hat. Aber sein einer großer Hit sei ihm nie langweilig geworden, sagt er: "Nicht, seit ich angefangen habe, Geld dafür zu sehen."