Betsy DeVos, Bildungsministerin

Betsy DeVos, 58, ist eine der reichsten Frauen Amerikas. Ihr Schwiegervater hat das Direktvertriebs-Unternehmen Amway gegründet, ihr Bruder das Sicherheitsunternehmen Blackwater. DeVos selbst ist eine Großspenderin der Republikanischen Partei, eine Trump-Unterstützerin war sie jedoch bislang nicht. Auf dem Parteitag in Cleveland, als Trump nominiert wurde, stimmte sie sogar für dessen aussichtslosen Konkurrenten John Kasich.

Dass Großspender mit politischen Geschenken belohnt werden, ist in den USA gängige Praxis. Barack Obama etwa ernannte die Milliardärin Penny Pritzker zur Handelsministerin; andere Geldgeber wurden Botschafter.

DeVos setzt sich seit Jahren für die Schulwahlfreiheit ein – jede Familie soll sein Kind auf die Schule schicken können, die es will, egal, ob es sich um eine öffentliche oder eine private Schule handelt. Ihr Plan: Wer sein Kind auf eine private oder religiöse Schule schicken möchte, es sich aber nicht leisten kann, soll Gutscheine bekommen. Somit würden teilweise private Schulen durch die Hintertür auch durch Steuergelder finanziert. DeVos will so das öffentliche Schulsystem, das Trump im Wahlkampf ein "Regierungsmonopol" nannte, aufbrechen und mit öffentlicher Hilfe privatisieren. Dahinter steht der klassische republikanische Ansatz, die Regierung aus so vielen Gesellschafts- und Lebensbereichen wie möglich zurückzudrängen.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat Betsy DeVos die Windquest Group gegründet, eine Investmentfirma, die in erneuerbare Energien und saubere Technologien investiert. Das Bildungsministerium mit seinen 4400 Mitarbeitern wäre die erste öffentliche Verwaltung, die DeVos je geleitet hat. Zusammen mit den erfahrenen Politikerinnen Elaine Chao, die als Transportministerin vorgesehen ist, und Nikki Haley, die UN-Botschafterin werden soll, ist DeVos eine von bislang drei Frauen in Trumps Kabinett.

Michael Flynn, Sicherheitsberater

Lieutenant General Michael Flynn, 56, leitete früher den militärischen Geheimdienst Defense Intelligence Agency. Er ist einer von bereits drei Generalen in Trumps Kabinett und bisher eine der umstrittensten Figuren.

Flynns Arbeitsstil sei oft eigenmächtig und undiszipliniert gewesen, berichten ehemalige Kollegen, dubiosen Behauptungen habe er gerne und schnell Glauben geschenkt. Seine Mitarbeiter tauften seine unbewiesenen Äußerungen daher irgendwann Flynn facts. Obama entließ ihn frühzeitig als Leiter des Geheimdienstes, begründet wurde das mit Managementfehlern. Flynn behauptet hingegen bis heute, er sei wegen seiner aggressiven Haltung gegenüber dem Islamismus entlassen worden. Der General nannte Obama einen Lügner und das amerikanische Justizsystem korrupt. Dem Fernsehsender CNN warf er vor, vom Staat manipuliert worden zu sein.

Ehemalige Militärkollegen waren perplex, als sie vor einiger Zeit Fotos sahen, die Flynn gemeinsam mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigten. Der frühere Geheimdienst-Offizier hatte in Moskau einen bezahlten Vortrag gehalten. Wie Trump befürwortet auch Flynn eine engere Zusammenarbeit mit Russland im Kampf gegen den sogenannten "Islamischen Staat" in Syrien und im Irak. Er sieht den Islamismus als größte Bedrohung Amerikas. Flynn behauptete sogar, die islamische Scharia-Gesetzgebung gelte mittlerweile in Teilen der USA. Den Iran zählt er zu Amerikas Hauptgegnern.

Auf dem Parteitag der Republikaner dirigierte Flynn Sprechchöre gegen Hillary Clinton, die laut "Sperrt sie ein" skandierten. Später verbreitete er über Twitter die Verschwörungstheorie, wonach Clinton und ihr Wahlkampfmanager John Podesta aus einer Pizzeria in Washington heraus einen Kinderpornoring betrieben.