Das Leben von Andreas Dückstein war abenteuerlich. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Budapester jüdische Familie von Nazis und ungarischen Faschisten verfolgt, danach von den Kommunisten. 1951 wurde Dückstein auf der Flucht nach Österreich von Grenzsoldaten erwischt, schaffte es aber nach Wien. Seinen Schwur von 1945, nie wieder Deutsch zu sprechen, musste er dort brechen.

Die erste Zeit in Wien mit Hilfsarbeiten war schwer, wegen der Angst vor den Russen lebte er halb im Untergrund. Doch dann besann er sich auf das von der Mutter erlernte Schachspiel: "Schach gab mir die Möglichkeit, in Wien zu überleben." Für eine gewonnene Partie bekam er im Kaffeehaus fünf Schillinge. Fast wie im Märchen geht es weiter, dank seiner Schach-Kontakte kam er in der Finanzabteilung eines Konzerns unter, 1964 war er mit seinem Jurastudium fertig und promovierte sogar noch.

Der beste Schachspieler Österreichs war der stets freundliche und äußerst bescheidene Dückstein da schon lange. Dreimal gewann der reine Amateur die Österreichische Staatsmeisterschaft, neunmal vertrat er sein Land bei Schacholympiaden und schlug unter anderem die Weltmeister Max Euwe, Michail Botwinnik und Boris Spasski. Immer noch nimmt der 89-Jährige an Turnieren teil, doch als seine beste Partie schätzt er die gegen den tschechisch-deutschen Großmeister Luděk Pachman ein.

Mit welchem fantastischen Opferzug eroberte er als Weißer bei der Schacholympiade 1962 in Varna dessen Königsstellung?

Lösung aus Nr. 51:

Welche Finesse brachte Weiß einen schnellen Sieg?

Nach 1.Ta6! gab Schwarz auf, weil 1...Sxa6 an der Bauernumwandlung 2.a8D sowie 1...Txa6 an 2.Lxa6 nebst 3.Lb7 scheitert, wonach der Freibauer den Springer kostet. Viel schlechter wäre 1.Tb7 Kd6 gewesen