Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Ist es verwunderlich, dass die amerikanische Sprachmelodie des Englischen einen derartig globalen Siegeszug angetreten hat? Das wunderschön verschluckte R, das zuweilen an Geräusche erinnert, die man nach zu viel Alkohol auf der Toilette von sich gibt, ist ein prächtiges Beispiel dafür. Selbst mancher Asiate, dem das R nicht in die Wiege gelegt wurde, versucht sich an diesem Laut und fühlt sich dadurch nicht mehr von der globalen Community ausgeschlossen. Die Faszination dieses Akzents, der die ganze Welt wie Donald Duck sprechen lässt, scheint also archaisch zu sein. Und genau das haben nun Affenforscher bewiesen. Mithilfe eines Computers wurden bei Makaken die theoretischen sprachlichen Möglichkeiten dieser Tiere simuliert. Der Testsatz lautete: "Will you marry me?" Im Vergleich mit einer weiblichen Menschenstimme lässt sich heraushören, wie ähnlich das Makakische dem amerikanischen Englisch ist. Dieser Satz ist vielleicht nicht signifikant, da er ja zumeist in einer absoluten Ausnahmesituation angewandt wird. Zudem ist auch bei Geübten wahrscheinlich Nervosität einzukalkulieren, welche die Stimmqualität sicher beeinflusst. Doch wir wissen: Sprache schafft Denken und umgekehrt. Also lassen sich doch gewisse Rückschlüsse aus dieser revolutionären Erkenntnis ziehen. Plötzlich scheinen amerikanisches Wahlverhalten oder der ganz normale Wahnsinn der US-Außenpolitik völlig plausibel. Das ist keine bösartige Feststellung. Sie können nicht anders, denn auch der Makake, so das Forschungsteam, folge hier eigentlich nur seinen Möglichkeiten. Es sollte also genügen, die Amis auf ein ganz normales R umzuschulen, dann wäre der Weltfrieden gesichert.