Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um den Frieden und Wohlstand in der Welt nachhaltig zu ..." – "TRÖÖÖÖÖT!" So oder so ähnlich muss es geklungen haben, das OSZE-Außenministertreffen in der letzten Woche. Nicht weil linke Demonstranten den Saal stürmten und die Vuvuzela bliesen. Sondern weil Referenten, die ihre Redezeit überzogen, in Hamburg nicht mit einem diskreten Lichtzeichen darauf hingewiesen wurden, sondern mit einem Schiffshorn.

Das war das Lokalkolorit der Hafenstadt. Und der abschließende Beweis, dass der Sound des Jahres das Schiffshorn war. Alles fing an mit Ahnma, der Hamburg-Hymne der Beginner. Selbst mancher, der mit Rap nichts anfangen kann, musste einsehen: Dieses lange, tiefe Dröhnen des Nebelhorns, kurz bevor der Beat einsetzt – ein Gänsehautmoment!

Es ging weiter mit der Elbphilharmonie. Deren Kaistudio, der dritte, kleinste Konzertsaal, wurde mit einer Soundinstallation von Brian Eno eröffnet. The Ship hieß die – und begann mit einem Schiffshorn.

Nach der Pop- und der Hochkultur ist das Schiffshorn jetzt also in der Weltpolitik angekommen. Und im Hafen hört man ihn auch noch ständig, wie Kreuzfahrtgeplagte Sankt Paulianer berichten. Den Sound des Jahres: TRÖÖÖÖÖT!