Das sagt Johanna, 9 Jahre: " Dieses Jahr wird Heiligabend anders als sonst, denn meine beiden Stiefbrüder feiern zum ersten Mal mit uns, also mit meiner Mama, meiner Schwester, meinem Stiefvater und unserem kleinen Halbbruder. Sonst haben wir Thoralf und seinen Bruder immer erst am ersten oder zweiten Weihnachtstag gesehen.

Ich weiß nicht so genau, wie ich es finde, dass die Jungs hier sein werden. Ein bisschen fürchte ich, dass es Streit geben könnte. Die beiden können manchmal echt nerven. Wenn viel Hektik ist, streiten sich die Kinder und die Erwachsenen öfter, und das will ich an Weihnachten überhaupt nicht. Das würde die ganze schöne Stimmung kaputt machen. Es könnte aber auch sein, dass es lustiger wird als sonst. Mit den Jungs kann ich nämlich total gut Quatsch machen in unserem Tobekeller.

Ein paar Dinge sind bei uns an Heiligabend jedes Jahr gleich: Meine Oma kommt und kocht so eine bestimmte Art Blätterteigpasteten mit Hühnerfleisch für alle, das kann sie total gut. Wir essen gemeinsam und gehen in die Kirche. Bisher haben meine Schwester und ich da beim Krippenspiel mitgemacht. Dieses Jahr aber nicht mehr. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass es in der Kirche nun ziemlich langweilig wird: Da redet einer die ganze Zeit, und es werden immer auch ein paar Lieder gesungen, die ich nicht kenne.

Ich würde lieber gemütlich zu Hause bleiben. Dort spielen meine Schwester und ich Weihnachtslieder auf dem Klavier, und wir singen. Dieses Jahr müssen meine Stiefbrüder mitsingen. Darauf bin ich gespannt, denn ich weiß gar nicht, wie sie singen. Danach packen wir alle gemeinsam die Geschenke aus, die unterm Tannenbaum liegen. Dieses Jahr werden es ein paar Päckchen mehr sein – für die Jungs. Sonst haben wir die ja immer an einem anderen Tag übergeben.

An den beiden Weihnachtstagen ist Rumfahren angesagt: Meine Schwester und ich besuchen meine Oma und meinen Opa, wo wir auch unseren Papa treffen. Da gibt es natürlich noch mal Geschenke. Auch unsere Stiefgroßeltern, also die Großeltern der Jungs, schicken uns übrigens immer ein Päckchen.

Ich mag es, zu Weihnachten die ganze Familie zu sehen. Außerdem bekomme ich so sicher mehr Geschenke als Kinder, die nur zwei Eltern und zwei Großelternpaare haben. Es ist zwar etwas schwierig, alle Termine abzustimmen, aber das macht ja Mama für uns. Manchmal bin ich natürlich auch traurig und vermisse meinen Papa. Eigentlich würde ich mir wünschen, dass er an Heiligabend auch mit bei uns feiert. Aber das geht nicht. Das wollen die Erwachsenen so nicht."