Als der russische Herausforderer Sergei Karjakin in der zweiten Schnellschachpartie des Stichkampfs um die Weltmeisterschaft, in der er klar auf Verlust stand, sich mit nur noch wenigen Sekunden Bedenkzeit durch eine fantastische Pattkombination unter Opfern ins Remis rettete, glaubten viele, dass diese tiefe Enttäuschung den norwegischen Weltmeister Magnus Carlsen demoralisieren könnte. Doch nicht umsonst identifiziert sich dieser am ehesten mit einem Krokodil, griff in der dritten Partie gleich wieder beherzt an, diesmal mit gutem Ende, und beendete das Match schließlich in der vierten und letzten mit einer wunderbaren Kombination – kein Drehbuchautor (übrigens läuft derzeit die Filmdokumentation Magnus in den Kinos) hätte sich ein besseres Finale ausdenken können. Und das alles an seinem 26. Geburtstag!

So wie einst 1972 im sogenannten Match des Jahrhunderts zwischen dem Sowjetrussen Boris Spasski und dem exzentrischen Amerikaner Bobby Fischer, später in den Duellen zwischen dem linientreuen Anatoli Karpow und dem Dissidenten Viktor Kortschnoi und danach zwischen Karpow und dem Rebellen Garri Kasparow, der unter Putin verhaftet wurde und jetzt in New York lebt, schwang auch im Kampf Carlsen gegen Karjakin in New York der Ost-West-Konflikt mit – zumal Karjakin ein erklärter Anhänger Putins ist.

Obwohl Carlsen als Weißer selbst schier unausweichlich durch einzügige Matts bedroht war, konnte er brillant selbst matt setzen. Wie?

Lösung Nr. 52:

Welches herrliche Opfer ebnete Weiß siegreich den Weg zum schwarzen König?

Nach 1.La4!! Dxa4 2.Dxe6+ Kd8 (2...Kf8 3.Txf6+! gxf6 4.Dxf6+ Kg8 5.Dg5+ Kf7 6.Tf1+ nebst baldigem Matt) 3.Dd6+ Kc8 4.Tf5 gab Schwarz wegen der furchtbaren Drohung 5.Tc5+ auf