"Caramba con la ministra!", titelte die spanische Zeitung El País , als die lettische Finanzministerin Dana Reizniece-Ozola bei der Schacholympiade in Baku die chinesische Weltmeisterin Hou Yifan in einem Sturmlauf überrollt hatte. Eine 34-jährige Politikerin und Mutter von vier Kindern, die Schach nur noch als Hobby betreibt. Allerdings offenbarte Dana schon früh ein großes Schachtalent, wurde bereits mit 15 lettische Damenmeisterin und mit 20 Großmeisterin der Damen. Doch sie entschied sich gegen eine Profikarriere und zog es vor, Schach nur gelegentlich, ausgerechnet für die Dorfmannschaft von Löberitz in Sachsen-Anhalt, mit der sie seit 13 Jahren freundschaftliche Bande verknüpfen, zu spielen. Es sei denn, sie schlägt gerade einmal für ihr Land die Weltmeisterin. Dieses Kunststück hätte der Finanzminister a. D. Peer Steinbrück auch gern vollbracht, als er 2006 den damaligen Weltmeister Wladimir Kramnik aus Russland herausforderte und nach ehrenwertem Kampf verlor, um danach zu bekunden, dass ihm ein Sieg lieber als der Ministerposten gewesen wäre.

"Beseelt und erfrischt" kam die Frau Ministerin von ihrem "Olympiade-Urlaub" zurück, um sich zu Hause wieder der "fordernden Politik" zu widmen. Und sicher wird sie die entscheidende Stellung gegen die Weltmeisterin nie mehr vergessen.

Mit welchem Einschlag konnte sie die schwarze Festung erstürmen, wobei es allerdings auch ein stillerer Anfangszug getan hätte?

Lösung Nr. 53:

Weiß scheint rettungslos verloren. Mit welch herrlicher Opferkombination konnte er aber selbst matt setzen?

Nach dem Damenopfer 1.Dh6+!! gab Schwarz auf, weil beim Schlagen mit dem König 1...Kxh6 2.Th8 und beim Schlagen mit dem Bauern 1...gxh6 2.Txf7 matt setzt