Es gibt in Dresden einen Buchladen, der dem ehemaligen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf gewidmet ist – der Spott liegt allerdings schon im Namen. "König Kurt" heißt der Shop eines linken Szene-Treffpunkts, spezialisiert auf Schriften, die den "bestehenden Verhältnissen etwas entgegensetzen". Die Tagebücher Kurt Biedenkopfs, zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung erschienen und großteils in dessen Regierungsjahren entstanden, stehen nicht im Regal. König Kurt, wie der erste sächsische Nachwende-Ministerpräsident schon immer halb spöttisch, halb ehrfürchtig genannt wurde, passt im "König Kurt" einfach nicht ins Programm.
Kurt Biedenkopf Tagebücher: Heute ein König
Mit rund 300.000 Euro hat Sachsens Staatskanzlei die Tagebücher des früheren Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf bezuschusst. Dafür muss sich sein Nachnachfolger Stanislaw Tillich nun rechtfertigen – sogar vor Gericht.