Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Wer schon einmal in Japan war, der weiß, man ist im Land der aufgehenden Sonne nicht nur lost in translation. Rätsel tun sich auf in dieser faszinierenden Nation, und die kulturellen Unterschiede sind Legion. Zu einem der größten Enigmata zählen sicher die japanischen Toiletten. Nicht zu vergleichen mit heimischer Ware, die lediglich als Endlager von Stoffwechselprodukten dient. Das Äquivalent in Nippon bietet einen Full Service, der von Sprühdüsen über einen integrierten Fön bis zu zuschaltbaren Tarngeräuschen reicht. Angeblich bereitet das japanische Klo auch das Frühstück vor oder empfiehlt Filme, doch diese Zusatzangebote sind lediglich Gerüchte. Jedenfalls herrscht bei westlichen Besuchern Ratlosigkeit beim Anblick einer dieser Hightech-Toiletten. Dagegen wird nun von japanischer Seite etwas getan. Mittels einfacher Piktogramme soll den Benützern der Klogenuss erleichtert werden. Zudem wurde ein rührendes Detail der WCs auf den japanischen Flughäfen vorgestellt. Neben den normalen Klopapierspendern gibt es dort auch kleinere Rollen mit der Aufschrift "Willkommen in Japan". Diese dienen der Smartphone-Reinigung. Mag sein, dass es anfangs hier zu Verwechslungen kommen kann, die Idee ist aber lobenswert. Denn eine Studie ergab, dass Handys eine wesentlich höhere Bakteriendichte aufweisen als Klobrillen. Vergleichbare Rätsel hat Österreich wenige zu bieten. Außer vielleicht wenn man versuchen würde, japanischen Gästen den Sinn der großen Koalition zu erklären. Dieser ließe sich selbst durch Piktogramme nicht entschlüsseln und wäre auch von Vielseitigkeit und Service her nicht mit japanischem Standard zu vergleichen. Ein Auslaufmodell ohne erkennbare Alternative. Willkommen in Österreich!