Wenn mein Vater während des Essens auf seinem Handy herumtippt, meckere ich. Eigentlich stört es mich gar nicht, wenn er das tut. Aber für mich gelten andere Regeln, und das ist unfair! Ich muss mein Handy zu den Mahlzeiten unters Sofakissen legen, damit man es nicht ständig vibrieren hört. Und ich habe auch nur eine begrenzte Handy-Zeit am Tag. Nachdem ich die Hausaufgaben und auch mein Meerschweinchen vernachlässigt habe, weil ich lieber BibisBeautyPalace gucken wollte, hat mein Vater eine App auf meinem Handy installiert. Die sorgt dafür, dass der Bildschirm nach eineinhalb Stunden gesperrt wird. Nur wenn ich alle meine Aufgaben erledigt habe, Geige üben oder mein Zimmer aufräumen, darf ich danach noch mal ans Handy, um zum Beispiel meiner Freundin zu antworten. Von 19 bis 9 Uhr ist das Handy sogar ganz ausgeschaltet. Zuerst war ich sauer wegen der App, aber inzwischen klappt es ganz gut, mir die Zeit einzuteilen. Und es ist schön, wieder mehr Zeit für meine Freunde zu haben.
Charlotte, 12 Jahre

Auf dem Schulweg hatte ich mal einen Fahrradunfall, konnte aber zu Hause anrufen. An diesem Tag waren meine Eltern heilfroh über das Smartphone. Meist ist das allerdings anders. Meine Mutter ärgert sich, wenn ich nur mit halbem Ohr zuhöre, weil ich gerade daddle. Sie ist auch genervt, wenn das Gerät dauernd bimmelt, weil Nachrichten ankommen. Ständig schreibt jemand aus einer meiner WhatsApp-Gruppen, aus der Klasse, der Handballmannschaft oder von den Pfadfindern. Manchmal trudeln 200 Nachrichten an einem Tag ein! Das finde ich selbst ein bisschen zu viel und stelle das Gerät dann auf lautlos. Blöd finde ich, dass meine Eltern mir nicht erlauben, Snapchat und Instagram zu nutzen. Sie sagen, dass ich zu jung für soziale Netzwerke bin. Meine Freunde sind da aber, und ich kann nicht mitreden. Deshalb versuche ich meine Eltern zu bequatschen. Sie selbst sind schließlich auch bei Facebook. Dort Fotos von mir zu posten, habe ich ihnen verboten. Ich möchte selbst entscheiden, wer mich zu sehen bekommt!
Theo, 11 Jahre

Am Wochenende sollen wir etwas mit der Familie unternehmen, deshalb kassiert unsere Mutter freitags nach der Schule die Handys ein. Wir kriegen sie immer erst am Sonntagabend wieder, um sie aufzuladen und den Wecker für den nächsten Schultag zu stellen. Unter der Woche dürfen wir auch DIY-Kanäle auf YouTube gucken oder unsere Spiele-Apps nutzen. In der Fastenzeit vor Ostern müssen wir aber alle Spiele löschen. Die Regel gilt für unseren Vater genauso. Er ist Programmierer und daddelt auch gern mal. Vor einiger Zeit hatten wir alle drei Clash of Clans auf unseren Handys. Wir haben mit Papa auf dem Bett gesessen und an unseren Dörfern gebaut. Das macht echt süchtig! Unsere Mutter hat nur ein altes Tastenhandy. Sie sagt immer, wenn sie ein Smartphone hätte, könnte sie sich garantiert nicht mehr um uns Kinder kümmern. Unsere Verträge bezahlt Papa. Aber wenn wir es übertreiben würden, müssten wir unser Taschengeld opfern. Deshalb passen wir auf, dass es nicht zu viel wird.
Tamia, 13 Jahre, und Alkira, 12 Jahre

Zu meinem achten Geburtstag habe ich Papas altes Smartphone bekommen, allerdings ohne SIM-Karte. Ich kann damit also nur spielen und Fotos machen. Meine Schwester ist 13 Jahre alt und darf viel mehr. Sie guckt sich Videos auf YouTube an, schickt Fotos mit ihren Freundinnen hin und her und kann viel mehr Spiele laden, weil ihr Speicher größer ist. Das finde ich gemein. Sie rückt ihr Handy auch fast nie heraus, weil ich schon mal Fotos von ihr gelöscht und ihre Nachrichten gelesen habe. Manchmal krieg ich es zwar, aber nur, wenn ich ihren Ranzen hole oder ihr Kaugummi schenke. Meine Eltern haben auch Smartphones, sie lesen darauf, was in der Welt geschieht, und schreiben bei WhatsApp Nachrichten. Wenn alle beschäftigt sind und auf ihre Geräte gucken, frag ich öfter, ob ich das Familientablet haben darf. Wenn sie abgelenkt sind, stehen die Chancen gut, dass ich es kriege. Die übrige Zeit bettele ich meine Eltern wegen eines neuen Handys an. Vor der fünften Klasse wird das aber wohl nichts.
Max, 9 Jahre