Schon der bekannte amerikanische Philosoph Frank Zappa sang in einem seiner Songs: "Watch out where the huskies go and don’t you eat that yellow snow!" Dass man keinen gelben Schnee essen sollte, ist auch Kindern leicht zu vermitteln. Aber wenn es sich um schönen, blitzweißen, frisch gefallenen Neuschnee handelt, fällt es schwerer – und die Versuchung ist groß, eine Handvoll davon zu probieren. Kann das wirklich schlimm sein?

Vor einem Jahr erschien eine Reihe von Pressemeldungen, in denen vom Schneeessen heftig abgeraten wurde. Die Grundlage dafür war eine frisch veröffentlichte Studie kanadischer Wissenschaftler, die in der Zeitschrift Environmental Science: Processes & Impacts von ihren Experimenten berichteten. Die Forscher hatten in einer speziellen Klimakammer künstlichen Schnee erzeugt und ihn dann eine Stunde lang typischen Auspuffgasen ausgesetzt. Und wer hätte es gedacht: Anschließend ließen sich die giftigen Substanzen im Schnee nachweisen. Schneekristalle sind sehr fein verästelt und haben daher eine große Oberfläche. Auf ihrem Weg durch die Atmosphäre wirken sie tatsächlich wie ein feiner Filter und können eine Menge an Schmutz aufnehmen.

Die Frage ist allerdings: wie viel? Unsere Luft ist heute viel sauberer als noch vor ein paar Jahrzehnten. Die ersten fallenden Flocken reinigen sie noch weiter. Natürlich sollte man den gesunden Menschenverstand walten lassen: Jegliche Verfärbung ist ein Warnzeichen vor Verschmutzung. Man sollte auch nicht den Schnee direkt am Rand einer viel befahrenen Straße essen oder das, was der Schneepflug an den Straßenrand geworfen hat. Wenn man das alles aber berücksichtigt, dann ist gegen einen erfrischenden Schneecocktail eigentlich nichts einzuwenden.

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