Beim Essen gibt es Futterneid. Man blickt auf den Teller neben sich und denkt: Hätte ich das mal bestellt! In Hamburg erstreckt sich der Futterneid anscheinend nicht nur auf den Teller des Nebenmanns, sondern auf ganze Restaurants. Zumindest bei Prominenten. Wie sonst soll man erklären, was gerade in der Stadt passiert?

Am Wochenende eröffnete Steffen Henssler das Ahoi in der Spitalerstraße. Vor Kurzem zog Til Schweiger mit Barefood Deli in der Altstadt ein, Samy Deluxe bietet Spieße im Gefundenen Fressen an, Tine Wittler betreibt die Parallelwe.lt, Hugo Egon Balder die Kneipe Zwick, und seit Neuestem lädt Heinz Strunk mit einem Ex-RAF-Terroristen in die Cantina Popula.

Man könnte mit einigem Recht sagen: Es reicht. Prominente, lasst den Kochlöffel fallen, und trollt euch zurück auf eure roten Teppiche! Das würde allerdings die Möglichkeiten, die dieser Trend bietet, verspielen. Denn Promis hinterm Herd könnten eine ganz neue kulinarische Kreativität entfalten – wenn es denn die richtigen Promis sind.

Udo Lindenberg zum Beispiel sollte wild zigarrepaffend einen verrauchten Aal servieren und ihn als Signet der umweltunbewussten Lässigkeit preisen. Auch Uwe Seeler könnte sein Markenzeichen, den Hinterkopf-Kopfball, ins Gastrogewerbe übertragen. Wie wäre es mit einer geköpften Ziege auf Sepp-Blatter-Salat?