In Bamberg lebt der 98-jährige Michael Maier. 1945 war er einer der Mitgründer der Bamberger Symphoniker und gehörte dem Orchester bis 1980 an. Als Bratschist mit verkrüppelter rechter Hand, weil eine Granate im Krieg in seiner Nähe explodierte. Bis vor Kurzem spielte er immer noch Streichquartett, Schach und Schafkopf, aber inzwischen fehlt ihm für längere Partien die geistige Spannkraft. Dennoch ist er, zeitlebens außergewöhnlich bescheiden, hochzufrieden und dankbar, dass er noch lesen und Musik hören kann.

Seine zweite Passion war immer das Schachspiel. Wenn er nicht gerade auf einer Tournee war, verbrachte er jeden Nachmittag im Café Müller und spielte mit den Bamberger Schachgrößen, darunter auch mein Vater, der Internationale Meister Hans-Günter Kestler, Vater und Sohn Holland sowie Günter Lossa. Seine schachlich etwas weniger begabte Frau saß daneben und spielte mit Kalibern ihresgleichen – beste Voraussetzung für ein gedeihliches Eheleben. Michael war aber auch der Initiator von Fußballspielen, bei denen er zur Halbzeit die Seiten wechselte. Einmal berichtete darüber sogar die Bild: "Ohne Mißton verlief ein Spiel der Bamberger Symphoniker gegen den Bamberger Schachklub."

Am meisten liebt(e) er schöne Kombinationen, doch leider sind alle seine Aufzeichnungen verloren. Deshalb hier eine zwischen Lossa und Holland junior: Mit welchem stillen Zug besiegelte Günter Lossa als Weißer das schwarze Schicksal, weil es danach gegen eine "Mattkombi" keine Rettung mehr gab?

Lösung aus Nr. 6:

Welcher schwarze Einschlag ließ die weiße Stellung in Trümmern zurück?

Nach 1...Txg2! war Weiß total verloren, weil 2.Lxg2 Lxg2 ebenso wie 2.Txe4 Tg1+! 3.Lxg1 Txg1 matt ist – entscheidend ist die Deckung des Läufers h2 durch die Dame c7