1) Gemeinsam protestieren

Beim March for Science am 22. April werden nicht nur Wissenschaftler in Washington und anderen amerikanischen Städten gegen den radikal veränderten Kurs der US-Regierung in Forschung und Lehre demonstrieren. Kollegen aus aller Welt wollen sie unterstützen, an insgesamt mehr als hundert Orten. In Städten wie Amsterdam, Sydney, Tokio, Santiago de Chile oder Hongkong sind Satellitenmärsche geplant.

Auch in Deutschland wird es Demonstrationen geben, unter anderem in Berlin, München, Dresden, Heidelberg und Leipzig. Die Initiative vernetzt sich derzeit auf der Facebook-Seite Science March Germany und über Twitter-Accounts, die jeweils den Städten zugeordnet sind. Details stehen noch nicht fest. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie Leopoldina, sieht die Demonstrationen positiv, sagte er in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Im Prinzip ist alles sinnvoll, was sich in Richtung Internationalität artikuliert."

2) Weiter kooperieren

"Wissenschaft ist international": Unter dieser Überschrift appellierte die Allianz deutscher Wissenschaftsorganisationen – darunter die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft – in einem offenen Brief an die US-Regierung, das Einreiseverbot für Bürger von sieben mehrheitlich islamischen Staaten umgehend zurückzunehmen. Das vom US-Präsidenten erlassene Dekret sei ein Angriff auf die Grundwerte der Wissenschaft.

"Der eingeschlagene Weg der Abschottung hat derzeit noch unabsehbare, aber in jedem Fall weitreichende Folgen über die Wissenschaftsnation USA hinaus", heißt es in der Erklärung. Man dürfe international tätigen Forschern und Forscherinnen nicht die Einreise in die Vereinigten Staaten verwehren. Denn damit wären diese von wichtigen Tagungen, Symposien und Seminaren ausgeschlossen.

In Zeiten internationaler Krisen sei die Wissenschaft ein wertvolles Bindeglied, das dringend erhalten werden müsse. Nur ein offener, freier und internationaler Diskurs könne zu wissenschaftlichen Erkenntnissen führen. Hierfür sei der persönliche Austausch über akademische Disziplinen, Nationen und Kulturen hinweg dringend notwendig.

3) Türen öffnen

Deutsche Forschungsinstitute und Universitäten sollen gezielt US-Forscher abwerben. Das hat Jürgen Mlynek, ehemaliger Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, bei der Vorstellung der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Bildung und Forschung geraten. Angesichts des US-Einreiseverbots, der durch Donald Trump verfügten Kürzungen und der allgemein unsicheren Lage der amerikanischen Wissenschaft wäre es unklug, sich nicht um exzellente Forscher zu bemühen.

"Wie steht Deutschland betreffs Forschung international da? Sehr gut", sagte Mlynek, der als Sprecher des Hightech-Forums Internationalisierung an der Formulierung der Strategie beteiligt war. Deutschland sei durch seine Exzellenzinitiative und die Organisation seiner Wissenschaft so attraktiv wie noch nie zuvor. "Da können wir noch aktiver Angebote machen", sagte Mlynek. Er fasst die Strategie so zusammen: "Unsere Antwort lautet: Mauern runter, Offenheit, Willkommenskultur."

"Wir halten nicht nur unsere Grenzen offen, sondern bieten seit Jahren und mit Erfolg auch Forschern aus aller Welt die Möglichkeit, in unserem Land zu arbeiten", sagte auch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka in der ZEIT. "Klar ist, dass diese Türen gerade auch künftig weit offen stehen für Wissenschaftler, die bei uns arbeiten wollen." Ein Anwerbeprogramm oder ein Abwerbeprogramm werde sie aber "politisch auf keinen Fall akzeptieren", so Wanka. Das sei kontraproduktiv, betont Wanka, da Deutschland prinzipiell auf Kooperation setze.