Im Radio hörte ich dieser Tage, dass der Schieritz-Wasserfenchel die Elbvertiefung gestoppt habe. Eine Pflanze, die nach meinem Kollegen Mark Schieritz benannt ist? Passt. Schließlich ist der Wasserfenchel genau so ein seltener Endemit wie der Schieritz: Den Ersten gibt’s nur in der Elbe – und den Letzteren nur im Büro gleich neben meinem. Dass der Fenchel, wie sich dann herausstellte, gar nicht Schieritz, sondern Schierlings heißt, hätte mir früher auffallen können: Die Pflanze aus der Familie der Doldenblütler erreicht eine Wuchshöhe von zwei Metern – der Schieritz aus der Familie der ZEIT -Gewächse, nun ja, eher nicht.

Der Schierlings-Wasserfenchel tritt nun neben andere berühmte Baustopper: von der Mopsfledermaus (Flughafen Hahn) über den Juchtenkäfer (Stuttgart 21), die Hufeisennase (Dresdner Waldschlößchenbrücke) und die Löffelente (Airbus-Werke) bis zur Großtrappe (ICE-Strecke Berlin–Hannover). Besonders sympathisch unter den tierischen Widerständlern erscheint die Hufeisennase, eine Fledermaus-Art. "In ihren Quartieren hängen sie einzeln", heißt es in der Fachliteratur. Und: "Werden sie beim Schlafen gestört, können sie gleich starten." Anders gesagt: Unter den Baustoppern ist die Hufeisennase der Dausend.