Dieser Text gehört zu ZEIT Doctor – dem Ratgeber, der hilft, gesund zu bleiben.

Schnabelwal, Mensch, Eisbär, in der Reihenfolge. Mehr als zwei Stunden kann ein Cuvier-Schnabelwal die Luft anhalten, ein Eisbär schafft gerade mal zwei Minuten. Der menschliche Weltrekord liegt immerhin bei 21 Minuten und 33 Sekunden, aufgestellt von einem Schweizer – unter Wasser.

Das ist beeindruckend und zugleich doch ernüchternd: Wir können einen Monat ohne Nahrung auskommen, ohne Flüssigkeit einige Tage, aber ohne Luft überleben wir nicht einmal eine Ausgabe der Tagesthemen.

Über die Lunge kommt, klar, der Sauerstoff in unseren Körper. Damit nicht mal jemand aus Versehen vergisst, Luft zu holen, übernimmt unser Körper diese Aufgabe ganz von alleine, Atmen geht quasi vollautomatisch. Das ist gut, weil wir uns ja meistens auf etwas anderes konzentrieren müssen und auch mal schlafen wollen. Allerdings wäre die Lunge selbst gar nicht fähig, von allein zu atmen. Sie ist nämlich kein Muskel. Damit sie sich mit Luft füllen kann, braucht es die "Atempumpe" – eine Kooperation aus Atemzentrum im Gehirn, Atemmuskulatur und Brustkorb. Vor allem das Zwerchfell und die Rippenmuskeln sind gefragt.

Von der Lunge gelangt die Luft über winzige Lungenbläschen, die Alveolen, in den Blutkreislauf. Davon gibt es 300 Millionen. Würde man alle Lungenbläschen eines Menschen aneinanderlegen, ergäbe das eine Fläche, in etwa so groß wie eine Vierzimmerwohnung (80 bis 120 Quadratmeter).

Die Lunge braucht viel Pflege. Was sie mag? Tiefes, bewusstes Ein- und Ausatmen, mehrmals am Tag, das Ausatmen sollte dabei länger dauern als das Einatmen. Ein prima Training für die Bronchien ist auch kräftiges Pusten.