Manchmal, freilich immer seltener, inszeniert er noch seine berühmt gewordenen Sternstunden der Musik. Feiert noch einmal sich selbst und sein Können coram publico, und wer dabei sein kann, wird das Event wohl nie mehr vergessen. Denn kein Auftritt gleicht dem anderen, das zeigen all die Tonträger, denen er Ruf und Ruhm verdankt – ein Wunderkind der Szene.

Als er drei Jahre alt war, erkannten die Eltern sein Talent und begannen ihn zu fördern. Erst sieben Jahre alt, debütierte der älteste von fünf Söhnen auf einer kleinen Bühne; kaum zwanzig, spielte der schlanke junge Mann schon mit den legendärsten Ensembles seiner Zeit. Den weltweiten Durchbruch aber schaffte er ganz allein. Ein Künstler und sein Instrument, in sich gekehrt, nahezu meditativ – so machte er von nun an Furore.

Und dann, auf einmal, war Schluss. Eine Krankheit erzwang sein Verstummen, und man befürchtete, das sei es gewesen. Doch eines Tages war er wieder da, und alles wirkte so, als sei er nie weg gewesen. Ihm sei klar geworden, dass jeder einzelne Auftritt ein Geschenk sei – und sein letzter sein könne, sagte er. Und so spielt er seitdem, im Studio übrigens auch schon mal Saxofon und Flöte.

Für seine Fans ist er ein Magier, einer, der alle Grenzen überschreitet, vielleicht fast eine Art Therapeut. "In der Musik lassen sich negative Emotionen in etwas Positives verwandeln", weiß er. Und das hört man bei jedem Klang und verzeiht ihm auch seine zunehmend schrulligen Attitüden – vom Maestro zur Diva ist es halt nur ein kleiner Schritt. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 9:

Das Leben Zacharias Werners (1768 bis 1823) schwankte zwischen frömmelnder Mystik und derber Sinnlichkeit. In der "Lasterstadt" Warschau begann er zu schreiben. Sein Luther-Drama wurde 1806 in Berlin aufgeführt, 1807 "Wanda" in Weimar unter Goethe. Nach seiner Konversion 1810 lebte und predigte er in Wien