"Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen", das sagte die Schauspielerin Helen Hayes. In dieser Gefahr scheint Viswanathan Anand (47) nicht zu sein. Zwar verlor er zwei WM-Kämpfe gegen den 21 Jahre jüngeren Magnus Carlsen, doch die Lust am Schachspiel ist dem Familienvater nicht vergangen: "Das Schachspiel fasziniert mich immer noch, vielleicht sogar mehr denn je." In seinem Heimatland Indien brach der zweimalige Sportler des Jahres schier eine "Schachlawine" los, in vielen Schulen ist Schach Pflichtfach, das Ursprungsland des dort fast vergessenen Schachs gehört inzwischen zu den besten der Welt. Unwiderruflich vorbei die Zeiten, dass wir Deutschen uns bei Schacholympiaden Indien als leichte Beute wünschten.

Vom jungen "Vishy" hieß es wie bei Lucky Luke, er ziehe schneller als sein Schatten, doch "der Alte" kann es immer noch mit der Weltspitze aufnehmen, nicht nur beim "langsamen, klassischen Schach", sondern auch im Schnell- und Blitzschach. In St. Louis stellte er sich in einem Mix aus diesen dreien dem Bulgaren Veselin Topalov (41) und den amerikanischen "Twens" Hikaru Nakamura (29) und Fabiano Caruana (24), Letzterer aktuell die Nummer zwei der Welt. Vishy gewann das Turnier souverän, er zog am schnellsten und besten.

In dieser Blitzpartie drohte Topalov als Schwarzer vernichtend Txh3+, doch Anand eroberte kombinatorisch Dame und König "in einem Aufwasch". Wie?

Lösung aus Nr. 9:

Welche durchschlagende Kombination gewann für Weiß?

Nach dem Damenopfer 1...Dxg6! gab Schwarz schon auf, weil bei 1...hxg6 2.Tf3 das Turmmatt auf h3 nicht mehr zu verhindern war – der "ferne" Läufer b3 verwehrt dem König das Fluchtfeld g8