Bananen sind selbsterklärend. Selbst Affen können mit ihnen umgehen: abknicken, Schale runterziehen, Frucht essen, Schale in den Biomüll. Den kleinen Aufkleber von Chiquita oder Onkel Tuca knibbeln schlaue Schimpansen vorher ab und entsorgen ihn getrennt. Kein Thema.

Inzwischen sind nicht nur Bananen beklebt. Auch Äpfel werden erst durch daumennagelgroße Sticker zu dem, was sie eigentlich sind: Zur Pink Lady. Zum Clementi. Zum Red Chief. Adam könnte seiner Eva heute nicht mehr nur einen schnöden No-Name-Apfel reichen und irgendetwas von Erkenntnis faseln. Der moderne Supermarktkunde möchte durch die Wahl der richtigen Markenfrucht sein individuelles Lebensgefühl ausdrücken. Natürlich auch mit Kiwis, Mandarinen, Melonen, Pflaumen, Birnen und vielem mehr.

Konsequent ist das Obstbranding: Ein Land, das seine Gurken in Plastikfolie einschweißt, muss auch seine Birnen bekleben. Doch während Bananensticker gelegentlich samt Schale im Müll landen (trotz Mülltrennungsgebot!), nerven die Aufkleber kolossal bei Obstsorten, die samt Schale gegessen werden. Entweder bricht der Fingernagel beim Versuch ab, das Ding abzupulen. Oder es gelingt, dafür bleibt das Fruchtfleisch daran hängen. Noch schlimmer: Das Obst ist sehr reif, und der ganze Finger dringt schmatzend ins Innere, woraufhin klebriger Saft über die Hand bis in den Hemdsärmel läuft. Aber Hauptsache, das Markenversprechen stimmt.

Rewe will die Sticker jetzt testweise durch eine Art Brandzeichen ersetzen, das per Laser in die Schale geschossen wird. Mitte März soll das Projekt in einigen nordrhein-westfälischen Supermarktfilialen beginnen. Was ein Schritt in die richtige Richtung ist. Wenngleich es auch mal eine schöne Zeit gab, in der das Produkt für sich stand und der entscheidende Markenkern von Kern- und sonstigem Obst war, dass es einfach lecker und gesund ist.