Es gibt einige Versuche, sehr große Zahlen anschaulich miteinander zu vergleichen. An dieser Stelle habe ich zum Beispiel schon die Frage behandelt, ob es mehr Sterne gibt als Sandkörner am Meer (ZEIT Nr. 35/01).

Unser Gehirn wird gern als das komplexeste Objekt im Universum bezeichnet. Das ist natürlich eine gewagte Behauptung – sollte es irgendwo da draußen intelligentes Leben geben, etwa auf einem dieser neu entdeckten Trappisten-Planeten, dann werden diese Wesen auch ein gutes Denkorgan haben, vielleicht eines, das noch avancierter ist als unseres.

Die Komplexität unseres Hirns kommt nicht nur daher, dass es viele Neurone besitzt, mehr als zehnmal so viele wie die Transistoren auf den modernsten Computerchips. Es sind vor allem die 1.000 bis 10.000 Verbindungen, Synapsen genannt, die von jeder Hirnzelle zu anderen führen – von jedem Transistor auf einem Chip geht dagegen nur eine Handvoll Leiterbahnen aus.

Das menschliche Gehirn enthält etwa 100 Milliarden Nervenzellen, das ist eine Eins mit elf Nullen. Wie viele Bäume gibt es im Amazonas? Dazu ist im Jahr 2013 eine wissenschaftliche Schätzung in der Zeitschrift Science (Ter Steege,Pitman et al.) erschienen: Rund 400 Milliarden Bäume gibt es demnach, verteilt auf 16.000 Arten. Also viermal so viele wie Hirnzellen beim Menschen – aber dieser Faktor soll uns nicht weiter stören.

In dem Artikel steht nicht, wie viele Blätter jeder dieser Bäume hat. Aber eine Zahl zwischen 1.000 und 10.000 wäre plausibel. Und damit käme man dann tatsächlich auf einen Gesamtwert, der in der Größenordnung vergleichbar ist mit der Zahl der Synapsen im menschlichen Gehirn, nämlich zwischen 100 Billionen und einer Trillion. Der Vergleich ist also gar nicht so weit hergeholt.

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