Am vergangenen Freitag fiel mir ein genialer erster Satz für eine grandiose Kolumne ein. Doch als ich ihn gerade eben aufschreiben wollte, war er weg. Der Satz, das Thema, einfach alles. Verloren gegangen im Weichgebiet zwischen hinterem Frontallappen, unterer Großhirnrinde und limbischem System. "Ilsebill salzte nach", so viel steht fest, lautete er nicht. Auch nicht "Nennt mich Ismael", denn ich heiße ja Dausend. Und: "Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich" kommt mir zwar bekannt vor, doch ich hätte eher geschrieben: "Shit happens!"

Mein Lieblingsanfang stammt übrigens aus dem Roman Das Herz ist ein einsamer Jäger von Carson McCullers, er lautet: "Es gab in der Stadt zwei Taubstumme, die man stets beisammen sah." Da kann Ilsebill nachsalzen, wie sie will – an McCullers kommt Grass nicht ran. Ach nee, bei all den tollen ersten Sätzen fällt mir mein genialer erster glatt wieder ein: "Als Peter Dausend eines Mittags aus sanften Träumen erwachte, fand er sich in seinem Büro zu einem ungeheuer gut bezahlten Kolumnisten verwandelt." Schade nur, dass jetzt kein Platz mehr bleibt für eine grandiose Kolumne.