Zeitgleich zur Einführung Donald Trumps in das Amt des amerikanischen Präsidenten schien festzustehen: Trumpismus ist Antiakademismus von Staats wegen. Als ein deutliches Zeichen dafür wird Trumps jüngst in seinem ersten Haushaltsentwurf bekräftigtes Vorhaben gedeutet, die staatlichen Mittel zweier Förderprogramme für Kunst und Geisteswissenschaften zu streichen. Für die Geisteswissenschaften waren das in gewisser Weise gute Nachrichten. Mit vollem Recht und in Solidarität mit den amerikanischen Kolleginnen und Kollegen konnten sie nun weltweit behaupten, Angriffen ausgesetzt zu sein. Diese Nachricht versah sie unmittelbar mit dem Gütesiegel der Aktualität und bestenfalls sogar der Relevanz.
Die Geisteswissenschaften fühlen sich bedroht von Ressentiments gegen das Akademische. Dabei kommt der Antiakademismus oft aus den Universitäten selbst.