Die ersten Weltraumtouristen sollen schon im nächsten Jahr zu einer Mondumrundung aufbrechen. So hat es Elon Musk versprochen, der Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX. Eine Kreuzfahrt ins All. Und das schon so bald. Musk weiß genau, wie man große Ziele in greifbare Nähe rückt.

Metaphern aus der Luft- und Raumfahrt durchziehen längst die Wirtschaftssprache. Stets dienen sie dazu, jemandem etwas zu verkaufen – ein Produkt, eine Strategie oder auch nur ein Argument. Aim high, reach high, Bodenhaftung schadet da nur. Deswegen der Start, der oft nur noch als kraftvoller Launch daherkommt. Ein Versandhändler von Möbeln schrieb mir neulich, dass er "einen neuen Katalog launcht". Der Katalog ähnelt also einer Mondrakete, nur ist sie aus Papier und voller Sofas und Sitzkissen. Was abhebt, ist meist ein Unternehmen oder sein Börsenkurs, Umsätze gehen durch die Decke, und neue Geschäftsideen fliegen. The sky is the limit, aber das ist alles keine rocket science, sondern ausschließlich den genialen Fähigkeiten des jeweiligen Managements zu verdanken. Wer es dabei unterstützen möchte, kann in diesen Firmen sofort durchstarten. Kein Karriereratgeber kommt ohne diese Metapher aus.

Interessanterweise ignoriert die komplette Aero-Linguistik das Thema Landung. Und das ist nicht unwichtig. Es leuchtet unmittelbar ein, dass die schönste Weltraumkreuzfahrt an Bord einer SpaceX-Rakete nur noch halb so schön ist, wenn diese beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Der gelaunchte Katalog landet am Ende sicher im Papierkorb. Und für alle, die noch keine Erfahrungen mit dem Durchstarten gemacht haben: Dabei zieht der Pilot kurz vor dem geplanten Aufsetzen das Flugzeug wieder hoch, um eine Bruchlandung zu vermeiden. Das Manöver geht in der Regel gut aus, kann sich aber übel anfühlen. Und abgesehen davon, erreichen alle, die durchgestartet sind, ihr Ziel später als gedacht.