Das Deutsche Ärzteschachturnier ist immer ein Erfolg, bereits zum 25. Mal findet es vom 31. März bis 2. April in Bad Homburg statt. Wie jedes Jahr werden etwa 150 Ärzte versuchen, ihre (sublimierten?!) Aggressionen auf dem Schachbrett auszuleben und den gegnerischen König vom Leben zum Tod zu befördern. Wie im Knittelvers über den größten aller Schach spielenden Ärzte, Siegbert Tarrasch (1862 bis 1934), "Er ist ja Arzt und bringt darum so sicher seine Gegner um"?!

Allerdings konnte dieser Schachmeister und Spezialarzt für Suggestionsbehandlung durchaus nicht nur auf den 64 Feldern austeilen. So beschied er beim WM-Wettkampf 1908 dem ungeliebten Rivalen Emanuel Lasker: "Für Sie, Herr Dr. Lasker, habe ich nur drei Worte: Schach und Matt!" Sprach’s und verlor das Match mit Pauken und Trompeten.

Immer wieder schwankte Tarrasch zwischen Medizin und Schach hin und her, ähnlich wie der Schriftsteller Anton Tschechow hätte er schreiben können: "Die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur (bei Tarrasch Schach) meine Geliebte." Wobei ihm diese Geliebte besondere Freuden bescherte: "Das Schachspiel, diese wunderbare Gabe aus dem Morgenlande, ist nicht nur das edelste und schönste aller Spiele, sondern gehört zu den größten geistigen Genüssen." Besonders genoss er wohl diese Stellung aus dem WM-Kampf 1908.

Lasker als Weißer drohte Matt auf f6 oder f8, doch Tarrasch kam ihm zuvor und gewann zwangsläufig die weiße Dame. Wie?

Lösung aus Nr. 12:

Wie konnte Schwarz mit einer äußerst schwierigen Kombination gewinnen?

Nach 1...Td3!! 2.exd3 Dxf3+ 3.Kh2 (3.Kg1 Ld4! 4.Lxd4 Dxg3+ 5.Kf1 Lxd3+) Lc3!! ist Weiß verloren: 4.Txc3 Dh1 matt oder 4.Dxc3 Dg2 matt oder 4.Dc2 Dh5+ 5.Kg1 Dh1+ 6.Kf2 Dg2 matt