Wie islamophob ist Donald Trump? Die Antwort: liegt ziemlich genau im Gegenwert von 400 Milliarden US-Dollar. So viel werden die Saudis in den kommenden Jahren in US-Waffen und US-Infrastruktur investieren, und auf diese Weise haben sie Trump seine islamfeindliche Rhetorik am vergangenen Wochenende abgekauft. Der US-Präsident, der im Wahlkampf noch gepoltert hatte, dass "der Islam uns hasst", nannte den Islam in Riad plötzlich eine der großen Weltreligionen.

Trumps große Rede "über den Islam" war kein ernst gemeinter Versuch, sich mit dieser Religion und ihren Gläubigen auseinanderzusetzen. Sie verfolgte jenseits der wirtschaftlichen Absichten drei klare Ziele: erstens sich den Gastgebern und Zuhörern als Anti-Obama und Anti-Bush zugleich, mithin als undogmatischen Pragmatiker vorzustellen; zweitens den Iran als Bedrohung in den Mittelpunkt zu rücken; drittens die Zerschlagung des IS zu beschwören. Alle drei Ziele hat Trump erreicht. Seine Rede streifte die wahren Sorgen der Menschen in der muslimischen Welt nicht einmal – Korruption, Sektierertum, Unterdrückung. Stattdessen verkündete er, dass die USA sich "Sicherheit und Stabilität" wünschten und "Partner, keine Perfektion" erwarteten.

Die Übersetzung in den Regierungspalästen Arabiens fällt leicht: freie Hand für Autokraten. Der Terror des IS ist für Trump derweil etwas, das irgendwie vom Himmel gefallen zu sein scheint: eine Gruppe mit einer bestimmten Zahl von Mitgliedern, und sind die erst mal alle tot, ist das Problem gelöst. Leider ist es nicht so simpel. Aber eine ernsthafte Suche nach den Ursachen von Radikalisierung hätte natürlich die Gastgeber irritieren können. Darum erklärte Trump der Einfachheit halber den Iran zum Hauptverantwortlichen für alle Probleme in der Region, so konnte er sich des Applauses sicher sein: Erleichterung allerorten.

In Wahrheit hat Trump in Riad weder eine Rede "über den Islam" noch eine an die Muslime gerichtete Rede gehalten. Es war eine Rede über Trump. Wir kennen ihn jetzt besser: Alles ist verhandelbar. Ihn interessieren nur Macht- und Geldhaber als politische Gegenüber. Nicht die Regierten. Denn die haben nichts anzubieten.