Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Bei Google-Suchanfragen zu diesen Themen haben die Hamburger im vergangenen Jahr am häufigsten den Begriff Ghosting eingegeben. Dies ergab eine Studie im Auftrag des Internetkonzerns.

Ghosting meint das plötzliche Verschwinden aus einer Liebesbeziehung, ohne irgendeine Erklärung. Kein Abschiedsgespräch, kein Telefonat, noch nicht einmal eine SMS. Der Betreffende ist weg, als sei er nur ein Geist gewesen.

Natürlich ist das sehr grob – gestern noch ein Spaziergang auf Sylt, heute kein Anschluss unter dieser Nummer –, aber es passt in gewisser, das Klischee bestätigende Weise zu Hamburg. Effizienz, Pragmatismus, die ökonomische Handhabung der Dinge, darauf versteht man sich hier.

Ein Ghosting-Abgang schont entsprechend die Ressourcen: Man hält sich nicht mit Klärungsdebatten auf. Wer im Job täglich maximal gefordert ist, hat nicht die Kraft, die Abende mit der Inventur von Gefühlen zuzubringen.

Die meisten Streitgespräche am Ende einer Liebschaft sind sowieso geprägt von Vorwürfen. Die Einsicht, selbst der Arsch gewesen zu sein, stellt sich bei den meisten erst sehr viel später ein. Das ist dann die Entgeisterung.