Das Wort "Rehabilitation" kommt vom lateinischen rehabilitatio, "Wiederherstellung", und genau darum geht es bei der Reha heute: Körper und Seele wieder in einen Zustand zu versetzen, in dem man am Leben teilhaben, es genießen und wieder arbeiten gehen kann.

Die Reha beginnt meist direkt nach der Behandlung, etwa nach der Operation oder Strahlentherapie. Dazu gehören etwa Physiotherapie, eine Ernährungsberatung sowie psychologische Betreuung. Meist werden diese Angebote stationär in einer "Anschlussheilbehandlung" gebündelt. Das sind drei Wochen in einer Fachklinik, die kein Patient missen sollte. Denn es ist Zeit, die nur ihm gehört. Zeit zum Reflektieren: Was möchte ich hinter mir lassen, was wollte ich immer schon einmal machen – wie will ich leben? In dieser Zeit kann man sich mit anderen Betroffenen austauschen – auch über Dinge, über die man zu Hause nicht so gerne spricht. Man gewinnt körperliche und seelische Kraft zurück. Wenn nötig, können Patienten später noch eine zweite Reha absolvieren.

Welche Reha wann die beste ist, sollten sie frühzeitig mit ihren Ärzten besprechen. Eine gute Anlaufstelle ist zudem der Sozialdienst im Krankenhaus, der oft auch für ambulante Patienten da ist. Dort gibt es Hilfe beim Ausfüllen der Anträge. Zudem kann man sich an regionale Krebsberatungsstellen  oder an die Reha-Servicestellen der Kassen und der Rentenversicherung wenden.

Es kann vorkommen, dass die Krankenversicherung Patienten auffordert, einen Antrag auf Reha zu stellen. Dieser Aufforderung kann man widersprechen oder muss ihr innerhalb von zehn Wochen nachkommen, sonst kann die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes einstellen. Es kann auch vorkommen, dass die Krankenkasse längerfristig krankgeschriebene Patienten auffordert, einen Rentenantrag zu stellen – das hat den Hintergrund, dass dann nicht mehr sie zahlen muss, sondern die Rentenversicherung. In diesen Fällen gilt: sich nicht hetzen lassen, aber die Fristen einhalten. Es lohnt sich, Beratung und Hilfe zu suchen, wenn man überfordert oder zu erschöpft ist. Gute Ansprechpartner finden sich auch dann bei den Krebsberatungsstellen, bei Verbänden, die auf einzelne Erkrankungen wie Brust- oder Darmkrebs spezialisiert sind, oder beim Sozialverband Deutschland: Er unterstützt Patienten juristisch, wenn sie etwa Widerspruch einlegen möchten.

Auch beim Weg zurück in den Beruf gilt: nichts übereilen, sich nicht übernehmen. Bei der "Stufenweisen Wiedereingliederung" – dem "Hamburger Modell" – arbeiten Betroffene je nach Belastbarkeit zunächst nur wenige Stunden am Tag. Sie steigern die Zeiten dann allmählich nach einem mit ihnen abgesprochenen Plan, den Arbeitgeber und Krankenkasse genehmigen müssen. Während der Teilnahme am Hamburger Modell sind die Betroffenen krankgeschrieben und erhalten Geld von der Kasse oder der Rentenversicherung. Die Firma zahlt erst dann Gehalt, wenn wieder voll gearbeitet wird.

Es gibt keinen Königsweg zurück ins Leben – umso wichtiger ist es, sich vor den jeweiligen Abzweigungen beraten zu lassen. Vielleicht kommt dabei sogar ein Leben heraus, das bewusster gewählt ist als das bisherige.

Mitarbeit: Monika Rößiger