Kräfte gut einteilen

Ein Tagebuch hilft gegen Erschöpfung

Schwäche, Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit: "Fatigue" ist weit mehr als nur Müdigkeit. Versuchen Sie, den Tag bewusst zu gestalten, um Ihre Kräfte einzuteilen. Dabei kann ein Aktivitäts- und Energietagebuch helfen, in dem Sie Tätigkeiten und Energieaufwand protokollieren. So lernen Sie, mit Ressourcen hauszuhalten und sich langsam zu steigern. Mehr dazu im Ratgeber "Fatigue" (www.krebshilfe.de) und in Fatigue-Seminaren ("Fibs").

An die frische Luft

Bewegung gibt Energie

Wenn Sie können, sollten Sie während der Chemotherapie drei- bis viermal pro Woche jeweils 20 bis 30 Minuten spazieren gehen. Das ist gut für den Körper und beugt Abgeschlagenheit (Fatigue) sowie Depressionen vor. Zu zweit fällt Bewegung oft leichter. Es gibt aber keinen Grund, sich zu grämen, wenn die Kräfte nicht reichen. Der Körper ist unter der Chemotherapie oft an der Leistungsgrenze, und manche Mittel machen derart schlapp, dass Rumhängen völlig in Ordnung ist.

Medizin aus der Knolle

Tee kann Unwohlsein lindern

Ingwer hemmt das Übelkeitszentrum im Gehirn und beruhigt den Magen. Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg bekommen Patienten daher einen Tee aus frischer Ingwerwurzel, den sie über den Tag verteilt trinken. Manchen Menschen hilft es auch, kandierten oder eingelegten Ingwer (wie man ihn vom Sushi kennt) zu essen. Vorher den Onkologen informieren, um Wechselwirkungen auszuschließen.

Heilsame Fantasie

Schöne Gedanken beruhigen den Körper

Wer sich in Ruhe auf die Therapie einlässt, verträgt sie oft besser. Eine gelenkte Imagination kann Studien zufolge helfen, Angst und Belastungen zu reduzieren. Dabei suchen Sie im Geiste Ihre Kraft- und Wohlfühlorte auf – den Urlaubsstrand etwa oder den eigenen Garten. Malen Sie sich den Ort aus, spüren, hören, riechen Sie ihn. Das Wohlgefühl entspannt Körper und Seele zugleich: Der Blutdruck sinkt, die Atmung wird langsamer, ein Gefühl der Ruhe stellt sich ein.

Die Kraft des Igels

Gegen Neuropathien helfen Fingerspiele

Die Fingerspitzen oder Fußsohlen kribbeln, schmerzen oder fühlen sich taub an: Krebsmedikamente können die Nerven angreifen. Mit Igelbällchen – kleinen, stacheligen Gummikugeln, die Sie sanft über Fußsohlen und Fingerspitzen rollen – lassen sich die Nerven etwas stimulieren. Alternativ: Hände oder Füße in Therapieraps oder Linsen tauchen oder mit "Kinetic Sand" spielen. Auch Wärme wirkt. Wunder können diese Verfahren nicht vollbringen, aber Beschwerden lindern.