Donald Trump hat in Jerusalem wiederholt, er hoffe, den "ultimativen Deal" zwischen Israel und den Palästinensern zu vermitteln. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, der seit Jahren behauptet, das sei nicht möglich, weil es keinen palästinensischen Partner für den Frieden gebe, wirkte allerdings nicht sehr erschrocken. Trumps Vorgänger Clinton, Bush und Obama hatten sich schon jahrelang bemüht, einer Zweistaatenlösung näher zu kommen. Alle sind gescheitert.

Man sollte der Standard-Erklärung für Donald Trumps politische Volten – narzisstische Selbstüberschätzung – für einen Moment widerstehen. Er hat ganz handfeste Gründe dafür, vom großen Deal zu reden. Sie haben weniger mit der Lage in den besetzten palästinensischen Gebieten im Westjordanland zu tun und mehr mit Trumps strategischem Schwenk in Richtung Riad.

In der vergangenen Woche wurde in israelischen Zeitungen berichtet, die Saudis und andere sunnitische Golfstaaten hätten Israel wirtschaftliche Verbindungen im Gegenzug für kleinere Konzessionen an die Palästinenser in Aussicht gestellt. Das ist der klammheimliche Abschied der Saudis von ihrer eigenen Friedensinitiative aus dem Jahr 2002, die Israel volle diplomatische Beziehungen im Gegenzug für einen vollständigen Rückzug aus dem Westjordanland und aus Jerusalem angeboten hatte. In anderen Worten: Die Araber glauben, dass die Zweistaatenlösung auf absehbare Zeit nicht zu erreichen sei, und versehen die palästinensische Sache nun mit geringerer Priorität. Der wichtigste Punkt für sie ist heute – genau wie für die Israelis – die Einhegung des Irans. Offen zugeben können sie das nicht. Da kommt ihnen Trumps Getöse rund um den neuen Superdeal gerade recht.

Aber was, wenn er nun doch Ernst machen sollte? Die Chancen wären verschwindend gering: Netanjahu fürchtet seine Konkurrenz auf der rechten, national-religiösen Seite, die jeden Deal als Verrat betrachten würde. Er hat nicht das Format, ihr die nötige Konzession abzutrotzen: Abzug der meisten Siedler. Genauso der Palästinenserpräsident Abbas: Ihm fehlt der Mut, den Palästinensern die Wahrheit zu sagen, dass ein Staat den Preis hätte, das Rückkehrrecht der vertriebenen Palästinenser aufzugeben. Insofern hat Donald Trump wohl recht: Es wäre der härteste Deal von allen.