Jörgs Grießbrei, der ist super. Und seine Pfannkuchen sind es auch. Jörg ist der Koch an der Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin, und seine süßen Speisen mögen die Schüler dort besonders gern. Auch die anderen Gerichte schmecken. Seine gerollten Wraps, die Lasagne und die gebratenen Maiskolben – alles großartig!

Rund 60 Kinder sitzen in der Mittagspause an großen Holztischen und essen, was Jörg am Vormittag für sie gekocht hat. Während sie Mathe, Deutsch und Geschichte lernen, rührt Jörg in der kleinen Küche der Schule in großen Kesseln, alle Mahlzeiten bereitet er frisch zu. Heute gibt es Nudeln mit Tomatensoße und Käse – und dazu immer mal wieder einen Witz vom Koch, der hinter einem Tresen steht und sein Essen an die Schüler verteilt.

Es wird viel gelacht in der Mittagspause. Die Kinder sitzen zusammen, essen und quatschen. Richtig laut wird es in den beiden Speiseräumen aber trotzdem nie. Gemütlich sind die eingerichtet: Die Zimmer haben hohe Fenster, vor denen Bäume ihre Blätter in die Sonne strecken. Die Decken sind rot gestrichen, die Lampenschirme sehen aus wie große Blumen, und die Kinder wirken voll und ganz zufrieden.

Ein netter Koch, der in einer Küche frische Mahlzeiten zubereitet, dazu ein Raum, in dem man sich gern hinsetzt und isst: Klingt, als sei es nicht besonders schwierig, Schüler in der Mittagspause glücklich zu machen. Tatsächlich sind die Kinder an der Berliner Grundschule aber eine Ausnahme. Zu viele Schüler in Deutschland werden nicht so gut versorgt. Pappige Nudeln, matschiges Gemüse, fettiges Fleisch und alles lauwarm – so etwas bekommt eine große Zahl Kinder mittags vorgesetzt.

Forscher befragten Tausende Schüler aus Deutschland zum Schulessen. Sie wollten zum Beispiel wissen, wie es ihnen schmeckt. Jedes vierte Kind bewertete sein Mittagessen in der Schule als mittelmäßig oder sogar schlecht. Zur Mittagspause insgesamt sagte jeder dritte Schüler: geht so. Die Befragung ist schon einige Jahre her, viel besser geworden ist das Essen aber nicht.

Das ist erstaunlich, weil Erwachsenen doch immer so wichtig ist, dass Kinder sich gut und gesund ernähren. Warum lassen sie dann zu, dass es in Schulen schlechtes Essen gibt? Und was ist überhaupt so schwer daran, leckere und gesunde Mahlzeiten in der Mensa anzubieten?

Die Schulküche ist schuld, lautet eine Antwort. Viele Schulen haben nämlich gar keine, jedenfalls keine, in der man richtig kochen kann. In mehr als der Hälfte aller Schulen wird warmes Essen von Firmen in großen Behältern angeliefert und in der Schule dann nur noch warm gehalten. Auch das ermittelten die Forscher.

Essen schmeckt aber nun mal am besten, wenn es frisch gekocht und direkt gegessen wird. Und gesünder ist das auch. Wird Essen lange warm gehalten, verliert es viele Vitamine und andere wichtige Nährstoffe.