Udo Lindenberg braucht keine eigenen vier Wände. Er ist zufrieden mit der Einrichtung, die das Hamburger Hotel Atlantic für ihn ausgesucht hat, und er schätzt den täglichen Zimmerservice. "In meiner Suite habe ich alles, was ich brauche. Musik. Ein Klavier, meine Reizwäsche, die Rollschuhe und die Ballettschuhe. Und wenn ich Leute sehen will, gehe ich an die Bar." (ZEIT Nr. 18/16) Seit 20 Jahren, mit einer kurzen Unterbrechung wegen Umbauarbeiten, lebt der näselnde Rocker im Hotel.

Über die melderechtlichen Aspekte dieses Arrangements liest man in den Zeitungen wenig, und auch wir haben nicht Lindenbergs Personalausweis geprüft. Aber wenn alles mit rechten Dingen zugeht, dann hat er sich spätestens nach einem halben Jahr beim Amt für Einwohnerwesen Hamburg-Mitte mit seinem Wohnsitz "An der Alster 72-79" angemeldet, und das Hotel hat ihm die entsprechende Bescheinigung ausgestellt. So schreibt es nämlich der Paragraf 29 des Bundesmeldegesetzes für "Einrichtungen, die der gewerbs- oder geschäftsmäßigen Aufnahme von Personen dienen (Beherbergungsstätten)", vor. "Dies geschieht auch so in der Praxis", sagt der Pressesprecher der Hamburger Innenbehörde, Frank Reschreiter, ohne Namen zu nennen.

Man kann also im Hotel dauerhaft wohnen. Generell fasst das Gesetz den Begriff der Wohnung so weit, dass auch Wohnwagen oder Schiffe zählen, sofern sie "nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden".

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