Es gibt sogar eine Sportart, bei der man versucht, eine Schaukel zum Überschlagen zu bringen. Sie stammt aus Estland und nennt sich kiiking. Allerdings hängt das Schaukelbrett da nicht wie sonst zumeist an Ketten, sondern an Stangen. Mit jedem Schwung kommen die Sportler ein wenig höher, bis sie sich schließlich überschlagen. Der Weltrekord für die längste mit menschlicher Kraft zum Überschlagen gebrachte Schaukel liegt laut Wikipedia bei 7,02 Metern.

Mit Schaukeln, die nicht starr aufgehängt sind, kann man sich dagegen nicht peu à peu dem Überschlagspunkt nähern. Sobald man über die Horizontale hinausschwingt, schwingt man nämlich nicht auf der Kreisbahn zurück, sondern plumpst senkrecht herunter, die Schaukelketten erschlaffen, und der ganze Schwung ist dahin.

Also müsste man hier mit einem einzigen Anstoß so viel Schwung erzeugen, dass die Energie ausreicht, um die Schaukel mit straffer Kette sofort zum Überschlag zu bringen. Das aber ist mit der normalen Schwungtechnik, die ja eigentlich nur eine Gewichtsverlagerung ist, unmöglich. Man muss schon Energie von außen zuführen. Eltern können bestätigen: Zwar kann man Kleinkinder auf der Spielplatzschaukel weit in die Höhe schubsen, aber sie werden sich nicht überschlagen. Was man bräuchte, um so etwas zu schaffen, zeigten Wigald Boning und sein Team in der TV-Sendung Clever!, wo ein Auto mit Tempo 50 eine schaukelnde Puppe rammte.

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