Deutsche Jugendmannschafts-Vereinsmeisterschaften sind meist lustig und spannend, gelegentlich aber auch langweilig. In einem Zustand solcher Öde malte in der U14-Gruppe ein Mädchen auf sein Partieformular (auf dem die Züge notiert werden) alles Mögliche, vom Herzen über einen Dinosaurier und eine Tomate bis zur Schneeflocke (alles auf der Website de.chessbase.com vom 4. Januar 2017 abgebildet).

Doch dann kamen ihr wohl Bedenken, und sie schrieb dazu: "Lieber Schiri, es tut mir leid, dass ich das Formular vollkritzle, aber mein Gegner hat immer noch nicht gezogen, ich habe mir gefühlt jede Partie angeguckt, war 2-mal auf Klo & 3-mal Wasser holen. Bitte lassen Sie mich kritzeln! Vielen Dank! PS: Ich habe echt versucht, es zu lassen!"

Als indes die 14-jährige Annemarie Mütsch (sie gehört zu den 100 besten Mädchen in der Weltrangliste) bei der U20 (!) auf den 19-jährigen Dominik Bohnert traf, stand ihr der Sinn sicher nicht nach Tomaten und Schneeflocken.

Zwar hatte "das blonde Mädchen mit den auffallend langen Haaren" kurz zuvor bei der Deutschen Amateurschachmeisterschaft überraschend vor vielen Männern gewonnen, doch hier war ihr einsamer, von den schwarzen Truppen umzingelter König in höchster Gefahr.

Wie hätte sie dennoch auf 1...Sf5 mit der vermeintlich undeckbaren Mattdrohung 2...Tg3 den Spieß sogar umgedreht, aber wie zauberte Schwarz am Zug ein herrliches Matt aufs Brett?

Lösung aus Nr. 22:

Wie setzt Weiß am Zug jeweils im zweiten Zug matt? Vorsicht: schwer!

Der verblüffende Schlüsselzug ist 1.Dc5!, was 2.Dxd5 matt droht. Einige Varianten: 1...dxc5 2.Te5, 1...Txc5 2.Sd4, 1...Lxe4 2.Sf4, 1...Txe4 2.Dxd5, 1...Kxf5 2.Dxd5