Reden wir über Größe. Ganz konkret. Bettina Wulff ist da, eng anliegendes Kleid in einem diffusen Blauton. Man kriegt den Abend über nicht heraus, was das für eine Farbe ist. Taubenblau? Pflaume? Ein sehr vertracktes Aubergine?

Auf ihren High Heels überragt sie alle. Bis Franziska Knuppe, das Model, erscheint. Die ist noch größer. In ihrem cremefarbenen Sommerkleid verkörpert sie die taghelle Ergänzung zur Erscheinung der Frau Wulff (Ist es Nachtblau? Oder vielleicht doch Schiefer mit einer Nuance Blaubeere?).

Beide setzen sich auf ein Sofa, weil es bei der Eröffnung des Yargici-Shops im Levantehaus nicht nur Taschen und Blusen gibt, sondern auch Möbel und Interieurschnickschnack. Wale aus Holz, Wale aus Bast. Der Wal ist dekotechnisch gesehen nicht vom Aussterben bedroht.

Das türkischstämmige Unternehmen expandiert nun in Deutschland, eine Mischung aus Zara und Ikea. Schmiedeeisen ist zurück, das begreift man beim Anblick eines Bücherregals, das mit seinen Gitterstäben eine Voliere zitiert. Die Bibliothek als Käfig: in Anbetracht der vielen, weltweit inhaftierten Autoren schon fast ein Statement.

Frau Wulff und Frau Knuppe also nehmen Platz auf dem Sofa, vielleicht aus gegenseitigem Respekt, vielleicht aus Rücksicht auf die anderen, weniger stattlichen Gäste. Collien Ulmen-Fernandes erscheint, und man kann sich die Bemerkung nicht verkneifen: "Sie sind ja unglaublich grazil." – "Ja, nicht?", sagt sie strahlend. "Heute war ich in einer Boutique, und da meinte der Verkäufer: Sie sehen aus wie Collien Fernandes in Klein."