ZEIT: Wir müssen noch über die Christian-Lindner-Partei reden.

Lindner: Was ist das?

ZEIT: Das ist Ihre Partei. Außer Ihnen spielt in der Öffentlichkeit kaum jemand eine Rolle.

Lindner: Ulkig, dass manche Medien nur mich und sonst niemanden aus der FDP zum Interview bitten, um dann mich zu fragen, wieso nur ich wahrgenommen werde.

ZEIT: Touché. Aber auch im FDP-Wahlwerbespot für NRW tauchen nur Sie auf – und den haben Sie selbst zu verantworten.

Lindner: So wie Kraft bei der SPD und Laschet bei der CDU. Fraglos richtig ist, dass ich mir mehr Freie Demokratinnen und Demokraten in der Öffentlichkeit wünsche.

ZEIT: Kürzlich sind Sie erstmals im ZDF-Politbarometer auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker aufgetaucht. Stolz?

Lindner: Stolz ist das falsche Wort. Aber wer freut sich nicht über Zuspruch? Ich betreibe Politik allerdings nicht vorrangig, um populär zu sein. Wer den Applaus des Tages sucht, muss in die CDU gehen.

ZEIT: Wieso denn das?

Lindner: Keiner hat so richtig etwas gegen die CDU. Aber wer in die FDP geht, der weiß: Du bist Teil einer politischen Mutprobe.

ZEIT: Das klingt jetzt aber düster. Wieso machen Sie den Job dann?

Lindner: Es ist doch eine großartige Aufgabe, für das eigene Lebensgefühl zu streiten.

ZEIT: Haben Sie jemals darüber nachgedacht, das Wort neoliberal mit positiver Bedeutung wiederzubeleben?

Lindner: Ich kämpfe nicht gegen Windmühlen.