Die schmallippige Meldung vom Montag überraschte kaum: Dass Thomas Hengelbrocks Vertrag als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters nicht verlängert werden würde, war spätestens seit der Eröffnung des Hamburger Prachtbaus im Januar klar. Einerseits mögen acht Jahre Lebensabschnittspartnerschaft genug sein; andererseits rissen die Gerüchte nicht ab, dass Orchester wie Verantwortliche mit Hengelbrocks Leistungen unzufrieden gewesen sein sollen. Im Gegenteil: Sie mehrten sich und erhielten durch Aufführungen von Haydns Schöpfung oder Mahlers Zweiter Sinfonie frische Nahrung. In der Alten Musik mag Hengelbrock bewandert sein – im "Kernrepertoire" ist er es nicht, flüchtet gern in stilistische Absonderlichkeiten. An der Seite des 59-Jährigen würden die NDR-Musiker niemals neben jenen Weltorchestern bestehen, die die Elbphilharmonie regelmäßig bereisen. Das wurde erkannt. Jetzt muss ein Nachfolger gekürt werden, der die schnieke Hülle der Elphi musikalisch füllen kann und will. In Kürze wird sein Name verkündet.