Es gibt keine Mode mehr, die sich nicht sogleich im Internet niederschlüge. Das Neueste sind Hunde in Plastiktüten. Jetzt überall unter dem Hashtag #subwaydogs zu sehen. Danke dafür, liebes Twitter! Und danke dafür, liebes Amerika, dass die Welt einmal etwas zu lachen bekommt, das nichts mit Donald Trump zu tun hat. Es handelt sich nämlich um eine Bestimmung der New Yorker U-Bahn, die eine Mitnahme von Hunden nur mehr in Taschen erlaubt. Gedacht war vermutlich an eine Größenlimitierung, aber da ist dummerweise nur an die Hundegröße gedacht worden, nicht an die Taschengröße. In den USA, wo alles Leben erst bei XXL anfängt, sind auch die Tüten mindestens XXL, wenn nicht XXXL, und sollte selbst das für eine, sagen wir einmal: Deutsche Dogge nicht ausreichen, kann man immer noch Löcher hineinschneiden. Löcher für die Beine beispielsweise. Und so sehen wir nun die Dogge, transportfertig in der Tasche verpackt, aber auf eigenen Pfoten, die aus dieser unten hinausragen, in die Bahn trotten. Mittelgroße Hunde lassen sich sogar, Kleinkindern gleich, vor den Bauch oder auf den Rücken schnallen und sehen dabei auch noch, wenn die Fellfarbe passt, modisch viel befriedigender aus als Babys. Danke für die Stilsicherheit, liebe New Yorkerin! Die geschmacklich weniger sicheren Deutschen haben also schon ein Vorbild, sollte die Vorschrift einmal bei uns ankommen. Wahrscheinlich ist das nicht, jedenfalls nicht für Hunde. Ein größeres Problem hierzulande sind die Skater, aber ob man einen ausgewachsenen Skater mit Brett in eine Plastiktüte bekäme – nun ja, wahrscheinlich doch, Ikea sei Dank. Minderjährige Skater könnte man ihren Muttis vor die Brust oder auf den Rücken schnallen, wäre auch putzig. Aber was ist mit den Radfahrern? Müssen sie zusammen mit dem Rad in die Tüte? Oder wäre es ausreichend, das Rad allein zu verpacken? Wohl eher nicht, denn bekanntermaßen ist der Charakter des Radlers, nicht der Charakter seines Gefährts das Problem. Aber wenn man – nur mal als Gedankenspiel – den Charakter des Radlers von seiner Leiblichkeit lösen könnte, dann ließe sich doch gewiss dieser Charakter allein auch in einem kleinen Tütchen, vielleicht sogar im Portemonnaie verstauen, oder nicht? So groß kann doch so ein Charakter gar nicht sein. Und wenn dieses Verfahren technisch ausgereift wäre, dann ließe es sich vielleicht auch auf die New Yorker Hunde anwenden, und die USA könnten ausnahmsweise mal was von uns lernen, mit Dank dafür an den deutschen Charakteringenieur!

FINIS