Das "Kleine Herz im Zentrum" ist eine Charity-Offensive, die man nur loben, fördern, preisen kann. Es wird gesammelt für die Kinderherzmedizin im UKE, damit die beiden leitenden Spezialisten, Hermann Reichenspurner und Stephan Willems, die Kleinen noch besser versorgen, betreuen und heilen können. Rund 230.000 Euro Spendengeld kommen bei der Gala zusammen.

Das Ganze als gesellschaftliches Ereignis gesehen? Man hat da noch Fragen.

Was zum Beispiel ist aus den Regeln "No brown in town" und "Abends nur dunkel" geworden? Warum tragen die Hamburger Männer zu so einem Anlass weder Smoking noch Krawatte? Den Binder findet man vorzugsweise beim Personal und bei den Security-Leuten. Ersteres erscheint mit schwarzem Schlips zum schwarzen Hemd, was immer ein wenig an Mussolinis Brigaden erinnert. Es stimmt nachdenklich, wenn politisch inkorrekte Stilzitate im Gesamtbild des Abends positiv auffallen.

In dieser Hinsicht ein Problemfall:

Johannes B. Kerner.

Souverän, lässig, ganz klar, ein exzellenter Moderator. Aber nachlässig mit dem Dresscode. Er trat, immerhin Conferencier der Veranstaltung, in Sporthemd, Jeans und Turnschuhen auf. Im Stau gestanden, konnte mich nicht mehr umziehen – man hatte das schon mal von ihm gehört, beim Emotion Award in der Laeiszhalle. Da war er aufgrund eines Verkehrsproblems samt anschließendem Zeitmangel in Knittersakko und Jeans erschienen.

Hier sind psychologische Deutung und gegebenenfalls Modeberatung gefragt. Gibt es bei diesem Prominenten einen unbewussten Hang zur Verkettung von Reiselogistik mit Garderobenanpassung?

Was, lieber Johannes B. Kerner, können wir tun, um Sie einmal im Anzug zu sehen?