Der Seecontainer hat eine unvergleichliche Karriere hingelegt: Über 30 Millionen der genormten Stahlkisten schippern rund um den Globus über die Weltmeere. Unmöglich, den Überblick zu behalten, denkt man, wenn man sich Hamburg von Süden nähert und an den Terminals vorbeifährt, wo die Container ein- und ausgeladen werden, so viele, dass es einen beim Überlegen schwindelt: Erreichen uns Platinen aus Hongkong und Schwimmentchen aus Peking letztlich nur mit Glück? Ist es normal, dass in Grönland Deckenventilatoren stranden und an der Elfenbeinküste Polarhandschuhe? Tobt im Maschinenraum des Welthandels das Chaos, und wir ahnen nichts?

Um es gleich zu sagen: Nein. Jeder Container hat eine Nummer, an beiden Stirnseiten, bestehend aus einer Folge von Ziffern und Buchstaben, die weltweit nur einmal vorkommt – und so kann die Kiste überall identifiziert werden. Der Rest, sagt Corinna Romke, Leiterin Unternehmenskommunikation beim Terminalbetreiber Eurogate, sei "ganz einfach": Auch die Container-Stellplätze, etwa die rund 30.000 Stück am Eurogate-Terminal in Hamburg, sind durchnummeriert. Ebenso die Stellplätze auf den Schiffen. Will heißen: "Ein Container ist jederzeit auffindbar. Wir wissen immer, wo er steht", sagt Romke.

Und längst schreiben die Stauer nicht mehr murmelnd Zahlen- und Ziffernkolonnen auf im Wind wehende Zettel: Heute läuft alles auf Bildschirmen via Datenfunk. Kann trotzdem noch ein Container falsch verladen werden? "Ich habe nie etwas davon gehört", sagt Corinna Romke. Auch beim Lkw- und Bahntransport geht man streng nach Nummer.

Viel wahrscheinlicher scheint es da, dass ein Container durch Stürme oder andere Turbulenzen verloren geht. Zahlen gibt es keine, das Portal containerbasis.de schätzt aber: "Pro Stunde fällt mindestens ein Container ins Wasser und sinkt in die unergründlichen Tiefen bis zum Meeresboden." Dann hilft die Nummer natürlich auch nicht mehr viel.