Die zweitgrößte Kirschanbaufläche nach Baden-Württemberg ist das Niederelbe-Gebiet. Mit einem Jahresertrag von rund 4.000 Tonnen liefert die Region ein Zehntel der gesamtdeutschen Produktion.

Jetzt ist die Kirsche in Gefahr, der April war verregnet, die Ernten gehen zurück. Wenn die Kirschen weg sind, gibt es hierzulande nur noch Äpfel, Birnen und Pflaumen, wobei Pflaumen aus dem Alten Land, na ja, in Süddeutschland können sie das besser. Äpfel sind pausbackiger Mainstream, mit Äpfeln machen wir distinktionsmäßig keinen Boden gut. In Bayern haben sie Nektarinen. Ist ja klar, wer da beim Obstsalat nach oben kommt.

Die Kirsche könnte ein Ausweg sein, sie ist nicht so wahllos wie der Apfel, der sich mit jedem Matjes einlässt, wenn nur genügend Remoulade im Spiel ist. Die Kirsche taucht auch nicht wie die Birne in depressiven Fontane-Gedichten auf.

Die Kirsche ist einfach ein lässiges Früchtchen. Lassen wir sie nicht im Regen stehen.