Wenn es im Januar im niederländischen Küstenstädtchen Wijk aan Zee draußen so richtig ungemütlich ist, dann fühlen sich die Schachspieler dort besonders wohl. Groß und Klein, Jung und Alt, Stark und Schwach, Frau und Mann: Etwa 1.000 Amateure und Profis sind bei allen möglichen Turnieren zwei Wochen unter dem gleichen Hallendach im Bemühen vereint, den gegnerischen König matt zu setzen. Der Anfänger atmet mit dem Weltmeister die gleiche Luft und löffelt bei der Schlussfeier die gleiche traditionelle Erbsensuppe, eine Reminiszenz an die kargen Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. Nun ja, kleine Unterschiede gibt es schon, schließlich kann der indische Stahlkonzern Tata Steel als Hauptsponsor sein Füllhorn nicht über alle gleichmäßig ausschütten. Nicht jeder wird, wie die Großmeister des Superturniers, mit einem Jaguar zur Halle chauffiert.

Der norwegische Weltmeister Magnus Carlsen hat das Turnier schon fünf Mal gewonnen. Doch diesmal gab es für ihn zwei Probleme: Zum einen war der Filipino-Amerikaner Wesley So in der Form seines Lebens, zum anderen war Carlsen gegen den niederländischen Spitzenspieler Anish Giri von einer für ihn schier unglaublichen Blindheit geschlagen.

Carlsen als Weißer spielte hier 1.Lf7+? Kh8 2.Th5+ Kg7 3.Lxe6+ Kf6 4.Th6+? Ke5 und musste sich nach 64 (!) weiteren Zügen schließlich mit einem Remis begnügen.

Wie hätten Sie statt seiner in drei Zügen entweder matt gesetzt oder die Dame gewonnen?

Lösung Nr. 26:

Warum verlor 1...Td1, und wie hätte Schwarz stattdessen gewinnen können? 1...Td1? scheiterte an 2.Dxd1! (aber nicht 2.Tc8? Ld4+!) wegen 2...Dxd1 3.Tc8+. Hingegen hätte 1...Td5! mit den Drohungen 1...Sd4 und 1...Ld4+ gewonnen, bspw. 2.Tc8 Ld4+ 3.Kh1 Sg3+! 4.hxg3 Th5 matt