... Geringverdienern?

CDU

Die Union setzt vor allem auf Steuererleichterungen, die "der Mitte unserer Gesellschaft" zugutekommen sollen, heißt es im Wahlprogramm. Dafür wollen CDU und CSU insgesamt 15 Milliarden Euro im Jahr ausgeben.

Wie das Geld genau verteilt werden soll, wird allerdings nicht erläutert. Deshalb kann auch noch nicht berechnet werden, wie sehr die Steuern für einzelne Haushalte sinken würden. Fest steht aber: Geringverdiener würden von der Reform nicht viel haben. Das liegt vor allem daran, dass die 30 Prozent der Haushalte mit dem geringsten Einkommen in Deutschland bereits heute praktisch keine Einkommensteuern zahlen: Ihre Einkünfte sind so gering, dass sie davon befreit sind.

Familien mit niedrigem Einkommen werden allerdings von einer anderen Maßnahme im Wahlprogramm profitieren: der geplanten Anhebung des Kindergelds. Es soll um 25 Euro je Kind steigen.

SPD

Wer wenig hat, um den will sich die SPD besonders kümmern. "Zeit für mehr Gerechtigkeit" ist das Wahlprogramm überschrieben, und das bedeutet aus Sicht der Genossen: Der Staat muss mehr für sozial Schwache tun.

Konkret bedeutet das, Arbeitnehmer mit einem Einkommen von maximal 1.300 Euro brutto müssten weniger in die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Damit trotzdem die Rente nicht sinkt, soll die öffentliche Hand die Differenz durch Zuschüsse ausgleichen. Zudem sollen die Arbeitgeber nach den Vorstellungen der SPD einen Teil der Krankenversicherungsbeiträge übernehmen, die bislang die Arbeitnehmer zahlen – Entlastungsvolumen: etwa fünf Milliarden Euro im Jahr.

Inwieweit Geringverdiener von der geplanten Abschaffung der Gebühren für die Kinderbetreuung profitieren würden, ist noch unklar: In einigen Kommunen sind Kitas für Eltern mit geringem Einkommen bereits kostenlos.