1. Wer kommt da alles?

Insgesamt kommen 6.500 Delegierte in 36 Delegationen, dazu rund 4.800 Journalisten aus dem In- und Ausland nach Hamburg.

2. Warum kann der Gipfel nicht auf Helgoland stattfinden?

Und warum nicht gleich auf einem Flugzeugträger? Das schlagen viele Hamburger gerade ernsthaft vor. Allein: Kein Schiff und keine Insel ist groß genug. Laut Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz gibt es in Deutschland nur drei Orte, die alle Teilnehmer eines G20-Gipfels und obendrein Aktivisten und Demonstranten gleichzeitig unterbringen können: Berlin, München und Hamburg.

3. Wer gilt als besonders gefährlich?

Je weiter die Anreise, desto gewaltbereiter die Autonomen: Diese Regel gilt laut Hamburger Polizei. Besonders radikal sollen unter anderem griechische und italienische Linksextreme sein, die im Ruf stehen, gezielt Polizisten anzugreifen. Deutsche Autonome sind aber auch nicht zu unterschätzen. Hamburgs Militante raten Auswärtigen angeblich, mit leichtem Gepäck anzureisen, ohne Enterhaken im Rucksack: "Wir haben alles hier."

4. Wer demonstriert gegen den Gipfel?

Insgesamt werden mehrere Zehntausend Menschen auf mehr als 50 angemeldeten Veranstaltungen demonstrieren. Dazu zählen Bündnisse aus Greenpeace, DGB und Nabu, die schon am Wochenende vor dem Gipfel zu friedlichem Protest aufriefen. Mit Gewalt rechnet die Polizei bei linksautonomen Aufmärschen wie der Kundgebung "Welcome to Hell" an diesem Donnerstag. Zum Ende der Tagung ruft das bürgerliche Bündnis "Hamburg zeigt Haltung" zu einer Demonstration auf.

5. Wo darf überhaupt demonstriert werden?

Während des Gipfels sieht eine "Allgemeinverfügung" vor, dass in einem 38 Quadratkilometer großen Gebiet vom Flughafen bis zur Innenstadt von Freitag bis Samstag keine Versammlungen stattfinden dürfen. Die zugelassenen Demonstrationen finden entweder direkt vor oder nach dem Gipfel statt oder verlaufen außerhalb der Verbotszone. Streit gibt es um Zeltlager, die G20-Kritiker einrichten wollen. Auch sie dürfen nicht in der Verbotszone aufgebaut werden.

6. Und wo schlafen die Aktivisten jetzt?

Außerhalb der Verbotszone sind Camps zwar zugelassen – aber nur als Versammlung zu Protestzwecken. Schlafen dürfen Aktivisten dort nicht. Ein Satz aus der Gerichtsentscheidung zum umstrittenen Camp auf der Elbhalbinsel Entenwerder: "Das Übernachten in einem Zelt ist an sich neutral und nicht Ausdruck einer Meinungskundgabe, denn schlafend kann man grundsätzlich keine Meinung kundtun." Nun bieten Hamburger ihre Betten unter dem Hashtag Schlaflosian.

7. Was sind die besten Anti-G20-Sprüche?

Von Gewerbetreibenden: "Ich G20 Bier holen." Von Anwohnern: "Geh 20 – wir bleiben." Von Vertretern der Protestcamps: "Yes we camp."

8. Wie geht die Polizei vor?

Beim größten Einsatz der Hamburger Polizeigeschichte werden mehr als 21.000 Beamte im Einsatz sein: rund 15.000 Landespolizisten, die in der ganzen Stadt unterwegs sind. 3.800 Bundespolizisten, die Flughafen und Bahnstrecken sichern. Und 2.500 Beamte des Bundeskriminalamts samt Unterstützungskräften, die das Gipfelgelände und die Staatsgäste beschützen. Außerdem sind alle deutschen Spezialeinheiten in der Stadt vertreten, dazu Eliteeinheiten aus Österreich und den Niederlanden. Die Polizei setzt bei ihrem Auftreten auf massive Präsenz – sie will auf keinen Fall in der Unterzahl sein.

9. Wie teuer wird der Gipfel?

Grobe Schätzungen sind nur durch Vergleiche mit früheren Gipfeln in Deutschland möglich, die allerdings deutlich kleiner waren. Das Treffen der G7 vor zwei Jahren im bayerischen Elmau etwa schlug mit 206 Millionen Euro zu Buche.

10. Wer bezahlt das?

Die Bundesregierung muss für die Kosten des Gipfels aufkommen, also für Miete, Catering und den Transport der Delegationen. Hamburg ist für die Sicherheit zuständig. Insgesamt plant der Bund mit Kosten von bis zu 190 Millionen Euro, 50 Millionen davon überweist er Hamburg pauschal für die Unterstützung der Sicherheitsmaßnahmen – für den G20-Gipfel und den OSZE-Gipfel im Dezember 2016 zusammen.