11. Reicht das?

Wahrscheinlich nicht. Auf Hamburg könnten hohe Kosten zukommen.

12. Wo übernachten die Staatschefs?

Angela Merkel kommt klassisch unter: im Atlantic, unter einem Dach mit Udo Lindenberg. Saudi-Arabien hat neben dem gesamten Hotel Vier Jahreszeiten auch noch das Westin in der Elbphilharmonie gebucht. Wladimir Putin soll im Park Hyatt in der City schlafen, Recep Tayyip Erdoğan im Hotel Sofitel am Alten Wall. Andere kommen bescheidener unter: So teilen sich Großbritannien, Indien und Brasilien das Hotel Reichshof am Hauptbahnhof.

13. Warum räumt Hamburg ausgerechnet Trump sein Gästehaus frei?

Gelästert wird: Weil sich durch den Regierungswechsel in der USA wohl einfach niemand rechtzeitig um ein Hotel für den Präsidenten gekümmert hat. Die offizielle Erklärung hingegen lautet, dass die Stadt Hamburg dem Auswärtigen Amt erlaubt hat, ihr Gästehaus zu vermitteln. Die Amerikaner waren interessiert, eins kam zum anderen. Oder, wie die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank dem Hamburger Abendblatt sagte: "Schwiegermüttern und US-Präsidenten muss man das Gästezimmer anbieten. Ob man sie mag oder nicht."

14. Haben die Hamburger während der Tagung gipfelfrei?

Der Verlag Gruner + Jahr spendiert am 7. Juli einen Tag Sonderurlaub. Viele andere Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitern wegen des zu erwartenden Verkehrskollapses während des Gipfels Home-Office-Tage. Dazu zählen etwa Beiersdorf oder der Paketdienst Hermes.

15. Haben Hamburgs Schüler gipfelfrei?

Grundsätzlich wird an allen Schulen weiter unterrichtet. Mehrere haben sich aber per Rundmail an Eltern gewandt: Wer sein Kind während des Gipfels lieber zu Hause lassen möchte, zum Beispiel weil er den Schulweg zu unsicher findet, der muss zur Abmeldung nur eine einfache Mail schicken oder in der Schule anrufen.

16. Wo wohnen die Kamele der Saudis?

Keine Delegation sorgte im Vorfeld des Gipfels für so viel Wirbel wie die Saudi-Arabiens. König Salman veranlasste aufwendige Umbauarbeiten im Hotel Vier Jahreszeiten, sein Reisestab plante, die goldene Rolltreppe und den Thron des arabischen Herrschers einzupacken. Daneben angeblich auf der Gepäckliste: Kamele, die für besonders magere Frühstücksmilch sorgen sollten, sowie 30 tiefgefrorene Hammel für die Zubereitung auf dem Grill. Nur, wo sollten die Kamele untergebracht werden? Diese Frage trieb die Lokalpresse einige Tage um. Der Tierpark Hagenbeck wollte keine Anfrage vorliegen haben, auch einen ausreichend großen Garten hat das Hotel nicht. Zuletzt aber sagte König Salman seine Teilnahme am Gipfel ab, statt seiner wurde Staatsminister Ibrahim al-Assaf angekündigt. Der Thron bleibt damit auf der Arabischen Halbinsel. Auch die Kamele und Hammel bleiben nun wohl zu Hause.

17. Warum kommt der saudische König nicht?

Gründe nennt weder die saudi-arabische Botschaft noch das Bundespresseamt. Es ist denkbar, dass die Absage mit dem schlechten Gesundheitszustand des 81-Jährigen zu tun hat. Fest steht aber auch, dass der König zu Hause genug Arbeit hat: Dort schwelt die Krise mit Katar. Saudi-Arabien und andere Länder der Region werfen dem Land vor, Terroristen zu unterstützen.

18. Trug die Berliner Party- Polizistin wirklich nur einen Bademantel?

Den Anti-G20-Slogan "Lieber tanz ich als G20" soll ausgerechnet eine Polizistin mit prallem Leben gefüllt haben: Mit ihrer Hundertschaft war sie aus Berlin zur Verstärkung angereist. Einquartiert in ein ehemaliges Flüchtlingscamp, feierte sie mit ihren Kollegen ein ausschweifendes Fest. Bei dieser Gelegenheit soll sie, nur mit einem Bademantel bekleidet, auf einem Tisch getanzt haben, samt Dienstwaffe in der Hand. Prompt wurde die Berliner Hundertschaft von den Hamburgern bedankt und nach Hause geschickt. Aber stimmt der Vorwurf überhaupt? Es sei unumstritten, dass "die Feierlichkeiten" stattgefunden hätten, sagt Berlins Polizeisprecher Winfrid Wenzel. Ebenso sei unbestritten, "dass mutmaßlich Bier verzehrt und Shisha geraucht wurde". Der Tabledance allerdings sei "definitiv eine Ente". Wie die Geschichte laut Wenzel entstanden sein könnte: Ein Wachmann habe eine Polizistin beim Verlassen der Duschräume beobachtet. Dabei sei ihr die Dienstwaffe heruntergefallen – wohlgemerkt im Holster verpackt und gesichert. Der Wachmann habe das offenbar als bedrohlich empfunden und weitererzählt. Zwischen Hamburger und Berliner Polizei sei der Konflikt inzwischen ausgeräumt. "Wir versuchen, uns in Zukunft hanseatischer zu verhalten", sagt Wenzel. Leider gelinge es nicht immer, das liege wohl am Berliner Temperament.

19. Wie geht die Polizei gegen Drohnen vor?

Während des Gipfels herrscht über Hamburg ein strenges Flugverbot, Abfangjäger und Helikopter mit Spezialeinheiten stehen bereit, um es durchzusetzen. Aber was, wenn Gipfelgegner versuchen, mit Drohnen die Flüge der Staatsgäste zu stören? Dann will die Polizei erst versuchen, den Lenker am Boden aufzuspüren. Im Notfall werde das Fluggerät vom Himmel geholt, heißt es.

20. Mit welchen Umsatzeinbußen rechnet der Einzelhandel?

In Hamburgs Innenstadt wurden schon Tage vor dem Gipfel zum Schutz gegen Krawall Schaufenster mit Holzplatten vernagelt. Auch die Öffnungszeiten der Geschäfte sind eingeschränkt; manche bleiben sogar ganz geschlossen, etwa weil sie zu nah an Putins Hotel liegen. Zum Gipfel erwartet der Einzelhandel in der City weniger als die Hälfte der Kunden, Umsatzausfälle von 15 Millionen Euro – und damit das schwächste Wochenende des Jahres.