Schach spieleWeder Napoleon noch Benjamin Franklin hatten eine Chance gegen ihn. Der "Türke" war ein schachspielender Automat in Form eines Kastens mit Schachbrett, hinter dem ein "Orientale" thronte und die Züge ausführte, bei Schachgeboten dreimal mit dem Kopf nickte und illegale Züge mit einem Kopfschütteln quittierte. Von Johann von Kempelen 1769 am Hofe von Kaiserin Maria Theresia erfunden, reiste der Automat als Sensation durch Europa und schlug fast jedermann. In seinem Innern voller Hebel, Walzen und Räder verbarg sich unsichtbar ein kleinwüchsiger Schachmeister, der mit einer komplizierten Mechanik die Züge ausführte und letztlich unseren Wortschatz um das Wörtchen "getürkt" bereicherte.

Im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn, dem weltweit größten Computermuseum, steht eine Nachbildung des legendären Schachtürken; bei einer Partie gegen diesen konnte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück seine oben erwähnten "politischen Vorfahren" indes erfolgreich "rächen".

Alljährlich findet dort der "Schachtürken-Cup" statt, allerdings mit Menschen aus Fleisch und Blut – viele Amateure und einige Profis bunt gemischt.

Der hochtalentierte Jugendliche Kevin Schröder hatte dabei den Turniersieger, Großmeister Felix Levin, schon auf der Schippe, bevor Letzterer ihn in bester Türkenmanier, aber doch legal "beschwindelte".

Mit welcher List konnte der Großmeister als Schwarzer am Zug augenblicklich gewinnen?

Lösung aus Nr. 27:

Wie konnte Weiß am Zug entweder matt setzen oder die Dame gewinnen?

Mit 1.Tc8+! Kg7 (1...Te8 2.Txe8+ Dxe8 3.Lxe8 ist völlig hoffnungslos) 2.Tf7+ Kh6 3.Th8 matt