Die Deutschen sind im Urlaub nicht gerade knauserig: Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung geben sie pro Kopf und Jahr rund 1.020 Euro dafür aus – mehr als fürs Auto. Doch wenn es ums Bezahlen vor Ort geht, sind viele Menschen ratlos: Sollten sie ihr Geld schon bei ihrer Hausbank in die ausländische Währung umtauschen oder erst vor Ort? Oder wäre es ohnehin günstiger, am Ziel möglichst oft mit Karte zu bezahlen?

Nun: Wie man vor Ort am einfachsten und günstigsten sein Geld ausgibt, das ist von Land zu Land verschieden. Wo die Automatendichte höher ist, kommt man leichter an Bargeld; wo viele Kredit- und Debitkarten im Umlauf sind, sind Kartenzahlungen in der Regel einfacher (siehe Grafik). Reiseschecks werden zwar immer seltener verwendet, können aber ein sicherer Bargeld-Ersatz in Ländern sein, in denen es viele Diebstähle gibt.

Davon abgesehen helfen einige Empfehlungen in vielen Ländern weiter. Wer etwa außerhalb der Euro-Zone Geld am Automaten abheben möchte, sollte unbedingt darauf achten, nicht die Option "direkt in Euro abrechnen" zu wählen. Sie klingt zwar bequem, ist aber sehr oft ziemlich teuer. Entweder wird dabei eine zusätzliche Gebühr fällig, oder das Institut berechnet einen für den Kunden schlechteren Wechselkurs. Besser ist es, vor Ort in fremder Währung abzurechnen und die Umrechnung von der heimischen Bank vornehmen zu lassen. Zudem empfiehlt es sich, die Auswahlmöglichkeiten am Automaten gründlich zu lesen und sich einen Beleg ausdrucken zu lassen.

Damit man überhaupt an Bares kommt, sollte man sich bei seiner Bank erkundigen, ob man mit der eigenen Karte im Reiseland Geld abheben kann und welche Gebühren dabei anfallen. ec-Karten mit Maestro-Logo sind zum Beispiel weltweit anerkannt, solche mit V-Pay-Logo nur innerhalb Europas. Und wenn man schon mit seiner Bank spricht, kann man gleich nach Partnerinstituten im Reiseland fragen. Dort ist Geldabheben oft günstiger.

Quelle: ADAC, Auswärtiges Amt, Reisebank, Weltbank © ZEIT-Grafik

USA

In den USA kommt man mit der ec-Karte nicht weit – dafür kann man fast alles mit Kreditkarte bezahlen, auch Reiseschecks werden oft akzeptiert. Wer bar bezahlen will, sollte Dollar an Automaten abheben; Euro einzutauschen ist nicht bei allen Banken möglich. Außerdem empfiehlt es sich, kleine Banknoten vorzuhalten, 50- oder 100-Dollar-Scheine sind nicht überall gern gesehen.

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Australien

Kreditkarten sind dort ein beliebtes Zahlungsmittel. Aber auch ec-Karten werden mancherorts akzeptiert. Bargeld sollte man besser vor Ort umtauschen oder abheben. Selbst in dünner besiedelten Regionen gibt es verhältnismäßig viele Geldautomaten.

Der australische Dollar gilt auch auf den Inseln Kiribati, Nauru und Tuvalu.

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Großbritannien

Fast überall ist Kartenzahlung akzeptiert, welche Gebühren dabei anfallen, hängt von Ihrer Bank ab. Wer mit der ec-Karte Bargeld abhebt, zahlt meist auch an die britische Bank. Wichtig: In allen Landesteilen heißt die Währung Pfund Sterling, aber Schottland und Nordirland geben eigene Banknoten aus. Diese werden nicht überall akzeptiert.

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Kroatien

Oft kann man mit Karte zahlen. Ansonsten ist die Bargeldzahlung weit verbreitet, gerade abseits der Touristenregionen. Geld umtauschen ist nur bei Banken und offiziellen Wechselbüros gestattet. Manchmal werden Preise in Euro angegeben, gezahlt wird trotzdem in der Landeswährung Kuna; dann sollte man überschlagen, ob die Rechnung stimmt.

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Thailand

Kredit- und ec-Karten werden oft akzeptiert, manchmal allerdings erst ab einem bestimmten Betrag. Bei Bargeld aufpassen: Das Auswärtige Amt warnt vor Falschgeld und empfiehlt deswegen, nur in Banken und autorisierten Wechselstuben Geld zu tauschen. Außerhalb der Touristenregionen ist es oft schwierig, mit größeren Scheinen zu bezahlen. Die Währung in Thailand heißt Baht.

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Schweiz

Kredit- und ec-Karte sind weitgehend akzeptiert. Wobei es einige Hotels und Restaurants gibt, die auf Barzahlung bestehen. In Grenz- und Touristenregionen sind Preise manchmal auch in Euro angegeben. Dann kann es sich lohnen, zu überschlagen, ob der Umrechnungskurs dahinter günstiger ist als der tatsächliche Wechselkurs. Der Schweizer Franken gilt auch im Nachbarland Liechtenstein.

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Türkei

In der Türkei kann man gerade in Touristengegenden mit ec- und Kreditkarte bezahlen, muss dabei aber oft Reisepass oder Personalausweis zeigen. Wer mit türkischen Lira in bar bezahlen will, tauscht seine Euro am besten in freien Wechselstuben, dort ist es meist am günstigsten. In Touristenhochburgen kann man mitunter mit Euro zahlen, sollte vorher aber prüfen, welcher Wechselkurs gewählt wurde.

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Euro-Zone

In Euro -Ländern kann man gut mit Karte zahlen. Nur in Spanien und Luxemburg sind Kreditkarten weiter verbreitet als ec-Karten und die bessere Wahl. Seit 2015 gibt es in der Euro-Zone außerdem ein Limit für die Gebühr bei Kartenzahlungen: Die Gebühr bei Zahlung mit Kreditkarte darf maximal 0,3 Prozent, mit ec-Karte höchstens 0,2 Prozent der Rechnungssumme betragen.

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Südafrika

In Städten kann man häufig mit Karte zahlen, ohne Bargeld sollte man aber nicht unterwegs sein. Man tauscht Rand am besten vor Ort ein oder hebt sie dort auch ab, wobei man Geldautomaten außerhalb von Gebäuden meiden sollte. Wichtig: Oft lassen sich nur bis 6.000 Rand pro Tag und Bank abheben – bei Ausgaben über 400 Euro sollte man das bedenken. Teilweise kann man auch mit US-Dollar zahlen.

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Polen

In Hotels, Restaurants und größeren Geschäften kann man oft mit Karte zahlen. Das ist nicht nur praktisch, sondern weniger riskant. Denn fürs Geldabheben verlangen die Banken häufig happige Gebühren. Auch locken einige Wechselstuben mit missverständlichen Werbetafeln. Deshalb am besten schon in Deutschland einen Teil der Reisekasse in Złoty umtauschen.

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Schweden

In Schweden zahlen immer weniger Menschen mit Münzen und Scheinen. Selbst bei kleineren Beträgen wird mittlerweile die Karte gezückt, manche Hotels und Restaurants nehmen nicht einmal mehr Bargeld an. Entsprechend wenig Geldautomaten gibt es, um schwedische Kronen abzuheben. Eine kleine Reserve ist jedoch zu empfehlen, vor allem wenn man in ländlichen Regionen unterwegs ist.

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Dominikanische Republik

Viele Hotels und Restaurants akzeptieren zwar Karten, allerdings empfehlen sich Barzahlungen, da viele Touristen über illegale Abbuchungen klagen. Am besten ist es, US-Dollar in kleinen Scheinen oder Reiseschecks mitzunehmen und diese vor Ort in dominikanische Peso zu tauschen. Aber nur bei Banken oder autorisierten Wechselstuben – es ist viel Falschgeld im Umlauf.

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Tunesien

Größere Hotels, Restaurants und Geschäfte akzeptieren Karten, sonst wird bar gezahlt. Weil man den tunesischen Dinar nicht einführen darf, muss man vor Ort Geld abheben. Dabei sollte man darauf achten, dass die Karte nicht heimlich abfotografiert wird. Alle großen Hotels wechseln, oft gegen hohe Gebühr. Ausführen darf man Dinare auch nicht, muss sie also vor dem Heimflug zurücktauschen.

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Ägypten

Nur größere Hotels und Restaurants in Kairo und Touristenregionen akzeptieren Karten, und dann eher Kreditkarten. Ansonsten wird bar gezahlt, es ist also ratsam, immer ägyptische Pfund dabeizuhaben. Geldautomaten sind rar, aber auch größere Hotels wechseln Geld, wobei das häufig mehr kostet, als es abzuheben. Einfacher und günstiger als Euro lassen sich US-Dollar wechseln.

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Kuba

In Kuba gibt es zwei Währungen, den kubanischen Peso für Kubaner und den konvertiblen Peso für Touristen. Ihn kann man in allen Banken und staatlichen Wechselstuben eintauschen. Per Kreditkarte zu zahlen ist teuer und nur vereinzelt möglich, Karten von US-Instituten werden nicht akzeptiert. Auch Dollar sind unbeliebt, also Euro mitnehmen. Mancherorts kann man sogar damit zahlen.

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Kreuzfahrt

Auf vielen Kreuzfahrtschiffen, zum Beispiel bei TUI Cruises oder MSC Kreuzfahrten, bekommt der Reisende am Anfang eine Bordkarte, mit der er auf dem Schiff zahlen kann. Dafür hinterlegt er seine ec- oder Kreditkarte. Ob in Euro oder US-Dollar abgerechnet wird, hängt von der Reiseroute ab.