Nehmen wir mal an, die Tagesmutter hat einen Bandscheibenvorfall." Katrin Wachholz schaut, als habe man das persönlich verbockt, die Sache mit der Tagesmutter. Hat man gar nicht, ist ja nur ein Gedankenspiel, aber bedrückt ist man trotzdem, auch weil Frau Wachholz, 30, vorher von ihrer Karriere berichtet hat. Rund tausend Stationen bei Topfirmen, jetzt eigene PR-Agentur.

Und ein Pferd besitzt sie auch, und das Pferd hat einen Osteopathen, man kommt sich nun echt wie ein Loser vor. "Ich habe eine Kolumne!", möchte man rufen, "das zählt auch was!", aber man hält dann doch die Klappe, zumal man schon die Sache mit der imaginären Tagesmutter verbockt hat. Also: strammstehen, abwarten.

"Bandscheibenvorfall", sagt Wachholz. "Was macht man dann mit dem Kind?"

Jetzt ist man total erleichtert. Kenne die Antwort! Wie so ein kleiner Streber sagt man ein bisschen zu laut: "Man geht hierher!"

Frau Wachholz, deren Pferd Penelope heißt, was einen noch Tage beschäftigen wird, weil eine Frau, die ihr Pferd Penelope nennt, womöglich signalisiert, dass ein Mann mindestens Odysseus, also welterfahren und im Krisenfall auch extrem gewaltbereit sein muss, diese Frau Wachholz schaut jetzt zufrieden.

Ausatmen. Prüfung bestanden.

Zwei Stunden verbringt man bei Nalandia, Hamburgs erstem Familienclub. Unten dürfen die Erwachsenen arbeiten, oben werden die Kinder stundenweise betreut in einem Spielareal, das sich Arne Jacobsen ausgedacht haben könnte, gemeinsam mit Janosch.

Für die zwecks Networking anwesenden Frauen ist dieser Ort die logische Folge der allgemeinen Entwicklung: Familie und Job sind kein Widerspruch mehr. Fachsimpelnd stehen sie da, und im Hintergrund hört man die Helikopter brausen.

Der Sound von G20. Mächtige Männer beraten über die Welt, und eine Frau sagt ihnen, wo es langgeht.